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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Ein Biographie

Eine Biographie zum Anlass

Baron Franz von Elsholt
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Wer war der Besitzer der Villa Elsholtz, der seine Räumlichkeiten für den Gottesdienst der evangelischen Gemeinde in unserer Gegend zur Verfügung stellte?

Aus Berlin stammte er (1791 1872), von Beruf zunächst Jurist, aber auch Redakteur einer schöngeistigen Zeitschrift "Eos, Blicke auf Welt und Kunst", Autor von Bühnenstücken und Gründer des ältesten Münchner Clubs, der „Zwanglosen Gesellschaft". Seit 1830 lebte er dauerhaft in München als Coburg-Gothaischer Legationsrat (d.h. Diplomat), verkehrte am Königshof und schrieb mehrere Theaterstücke, von denen eines, „Die Hofdame ", sogar Goethe bekannt wurde. Elsholtz schrieb daraufhin mindestens ein Jahr lang regelmäßig an Goethe, wobei er ihn wohl um Begutachtung seiner Theaterstücke bat. 1825 besuchte Elsholtz den verehrten Dichter sogar. Elsholtz wollte der Pflege von Literatur und dem Austausch der Dichter untereinander ein Forum geben, ohne dass dies jedoch ein starrer Verein mit Regeln sein sollte.

So entstand 1837 die „Zwanglose Gesellschaft", eine Vereinigung von „Poeten" und anderen Größen des Münchener Geisteslebens, die uns heute noch als Namensgeber von Münchener Straßen bekannt sind: Pocci, Kobell, Massmann, Thiersch, Martius u.a.. Später wurde der Kreis erweitert, so dass auch Naturwissenschaftler und Ärzte Mitglieder wurden, u. a. v. Gudden, der Psychiater König Ludwigs II.

Politik und Religion waren übrigens die einzigen Themen, die bei den Zusammenkünften der „Zwanglosen" nicht diskutiert wurden. So konnten katholische und protestantische Mitglieder ohne Reibereien miteinander „...Reime schmieden und Verse leimen. " (Max Lossen, zitiert nach 150 Jahre Zwanglose Gesellschaft München 1837-1987, 5.10). Die „Zwanglose Gesellschaft" existiert auch heute noch als ein exklusiver HerrenClub, in den Neumitglieder nur nach Vorstellung durch einen „Paten" und nur einstimmig aufgenommen werden.


Elisabeth Karner, Berg


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