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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Berg am Starnberger See

Aktuelles

Predigttext Pfr. Johannes Habdank

Aktuelles >>

Gottesdienst am 26.10.2008, 10 Uhr, KvB-Haus Berg
 
Thema: "Gott lässt nicht mit sich handeln"
             1. Mose 18, 20-21. 22b-33

20 Und der HERR sprach: Es ist ein großes Geschrei über Sodom und Gomorra, dass ihre Sünden sehr schwer sind. 21 Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht so sei, damit ich's wisse. 22b Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN 23 und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? 24 Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären? 25 Das sei ferne von dir, dass du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, sodass der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten? 26 Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben. 27 Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, zu reden mit dem Herrn, wiewohl ich Erde und Asche bin. 28 Es könnten vielleicht fünf weniger als fünfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. 29 Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man könnte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen. 30 Abraham sprach: Zürne nicht, Herr, dass ich noch mehr rede. Man könnte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun. 31 Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, mit dem Herrn zu reden. Man könnte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen. 32 Und er sprach: Ach, zürne nicht, Herr, dass ich nur noch einmal rede. Man könnte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen.
33 Und der HERR ging weg, nachdem er aufgehört hatte, mit Abraham zu reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.


Herr, gib trübe Augen für Dinge, die nicht taugen, und Augen voller Klarheit für dich und deine Wahrheit. Amen.


Liebe Gemeinde,
im Morgengrauen, am Tag danach, nach diesem denkwürdigen Gespräch Abrahams mit Gott, wird Sodom (und Gomorrah) vernichtet: mit Schwefel und Feuer vom Himmel, von Gott.
Und zwar wegen fortgesetzten Sozialrechtsbruchs, Entrechtlichung der Schwachen, sexuellen Missbrauchs auch Fremder und wegen Fremdgötterei: eines orgiastisch-exzessiven Fruchtbarkeitskultes, des Baalskultes.
Dass Sodom und Gomorrah, zwei Städte am Südende des Toten Meeres, sprichwörtlich geworden sind und für alle tatsächlichen oder angeblichen Sündenpfuhle aller Art auf der Welt ihren Namen hergeben müssen, bis heute, das ist das Eine.
Das für uns heute Entscheidende und Wesentliche an dem Gespräch Abrahams mit Gott aber sind – und das ist das Andere - nicht die Sünde und die Verfehlungen der Sodomiten. Darüber gibt es ja auch gar keine Diskussion zwischen Abraham und Gott. Denn das alles ist ihnen klar und bekannt. Und Gott will zwar noch einmal nachsehen, ob sich Sodom etwa nicht doch gebessert habe. Aber Abraham weiß genauso gut wie Gott zu Beginn des Zwiegesprächs, dass Sünde und Unrecht in Sodom einfach zum Himmel schreien. Im Grunde ist   damit die Entscheidung Gottes getroffen. Es gibt eigentlich keinen Ausweg mehr für Sodom. Es bedarf nur noch des Vollzugs des Todesurteils, der völligen Vernichtung Sodoms: das ist die Lage, auch am Tag danach, als Abraham nachschaut und - über Sodom nur noch Rauch aufsteigen und weiß-graue Schwaden liegen sieht. Ein wahres Morgen-Grauen.

Es ist Abraham nicht gelungen, Gott um möglicher weniger Gerechter willen zur Milde gegenüber ganz Sodom, das weit überwiegend als gottlos gilt, zu bewegen. Wenige Gute können viele Böse vor Strafe nicht schützen und noch nicht einmal sich selbst. Das Kollektiv wird im Ganzen bestraft.
Der Erzähler dieser Geschichte steht – religionsgeschichtlich gesehen - an der Nahtstelle vom Gedanken der ausnahmslos gültigen Kollektivhaftung, hier durch Gottes Vernichtungshandeln an allen symbolisiert, zur Aufweichung dieses Grundsatzes in Richtung auf ja, nicht Individualisierung, aber Relativierung der Kollektivhaftung, hier durch Abrahams Position repräsentiert: Die Gerechtigkeit weniger soll die ansonsten sündige Gemeinschaft retten, vor der Vernichtung aller verschonen helfen. Deshalb wird erzählt, wie Gott sich einlässt auf die Argumentation des Abraham, der zuerst eine recht große Minderheit von 50 Gerechten ins Feld führt, um Gott von seinem vernichtenden Gerichtsvollzug abzubringen, dann auf 45 und schrittweise bis auf 10 heruntergeht.
Interessanterweise gibt Gott Abraham jedes Mal nach und Recht, zumindest scheinbar. Warum? Weil es für ihn nur ein Urteil für ganz Sodom geben kann und weil er genau weiß, dass keiner ohne Sünde ist, ja keine 10 finden sich in Sodom, keine 5, nicht einer. Auch wenn das so nicht bis zuletzt ausdiskutiert wird. Gott geht dann einfach. Es ist nicht mehr anzusehen.
Von den menschlich gegebenen Umständen und Voraussetzungen her gesehen, der völligen Verderbtheit der ganzen Gesellschaft, ist die Vernichtung Sodoms unabwendbar.
Und wenn Abraham nicht über die Gerechtigkeitskriterien Gottes selbst, wie er es tut, argumentiert hätte, sondern anders: zum Beispiel über die negativen Folgen eines Vernichtungsfeldzugs gegen Sodom, das schlimme Leid, das angerichtet würde – so würde man vielleicht heute eher argumentieren – , so hätte das bei diesem Gott, dessen Urteil unbeirrbar feststeht, sicher auch nichts bewirkt. Und so ist die Vernichtung Sodoms tatsächlich von menschlicher Seite her unabwendbar.
Abwendbar wäre sie eigentlich nur, wenn sich in Gott selbst, unabhängig von menschlich-weltlichen Gesichtspunkten, ein völliger Sinneswandel vollzogen hätte, ein sog. Herzensumsturz in Gott selbst, wie es beim Propheten Hosea genannt wird. Dass Gott, wie es an manch anderen Stellen im AT vorkommt, Reue zeigt, umdenkt. Dafür müsste es Gott leid tun, seine auch noch so sündigen Geschöpfe zu vernichten, tut es ihm hier aber nicht. Die Entscheidung steht fest und bleibt. Dieser Gott bleibt – wohl wegen seines höheren, besseren Wissens über die Menschen und ihr unausrottbar sündiges Wesen und Treiben - sich selbst treu, auch in einer für diese Menschen negative, ja brutale Folgen zeitigenden Entscheidung. Gnadenlos. Und: ob es Abraham passt oder nicht.
Und so ist es eine wesentliche Botschaft dieser Geschichte, die das Gespräch Abrahams mit Gott „rüberbringen“ will, dass Gott keiner sei, der mit sich handeln lasse.
Gott lässt nicht mit sich handeln. Er erwägt zwar die Berechtigung von Einwänden, aber sein Wille steht souverän fest, weil er weiß, wie es um die Menschen steht und dass allein sie eigentlich die sind, die sich ändern müssten. Da gibt es nichts zu beschönigen.
Und wenn überhaupt er, Gott selbst, seinen Sinn wandeln würde, dann nur aus sich selbst heraus. So weit ist dieser vernichtende Richter-Gott aber noch nicht. Er lässt nicht nur nicht mit sich handeln. Er ändert sich auch von sich aus nicht.

Liebe Gemeinde,
die Gottesvorstellung, die in der heutigen alttestamentlichen Geschichte extrem zum Tragen kommt, ist für uns heutige, moderne protestantische Christen schwer erträglich. Sie ist uns fern, und doch auch – Sie werden sich wundern – in einem gewissen Punkt wieder sehr nah.
Fern darin, dass Gott als gnadenloser Richter konsequent handelt und vernichtend straft. Und zwar nicht erst in einem Jüngsten Gericht am Ende aller Tage, welche Vorstellung ja auch zu unserer christlichen Tradition gehört. (Und was davon wiederum heute zu halten ist, dazu mehr im Gottesdienst am 16. November, da geht es um die Vorstellung vom Jüngsten Gericht, danach ist Kunstmarkt! Herzliche Einladung! – Zurück zum Text: ) Sondern: es befremdet uns, dass tatsächliche, geschichtliche Katastrophen, auch Naturkatastrophen, wie zu Zeiten Sodoms historisch geschehen, als göttliches Gerichts- und Strafhandeln an den „sündigen Menschen“, und das auch noch im Kollektiv, verstanden werden sollen. Kollektiv und     individuell erlebtes Unglück und Vernichtung seien Straf-Anzeigen und –Aktionen Gottes.
Solche Interpretationen vertreten heute eigentlich nur noch Fundamentalisten, die auf der Basis einer ultrakonservativen Zivilisations-kritik und entsprechender Diagnose eines angeblichen radikalen Werte- und Moraldesasters in der globalisierten Weltgesellschaft  etwa einen Tsunami, ein Fluzeugunglück oder auch einen Börsencrash, das Finanz-„desaster“, aber auch todbringende Krankheiten und Seuchen und Unglücksfälle, die viele oder auch nur den Einzelnen betreffen, als Gottesurteil hinstellen, als Gottes Strafhandeln an einer zutiefst unmoralischen, regellos-libertinistischen und zügellosen, aus den Fugen geratenen Menschheit bzw. sündigen Individuen, die es wohl zurecht getroffen habe. Eine solche Diagnose und ein solches Urteil sind m. E. Ausdruck eines überheblichen Zynismus von Leuten, die sich aufgrund übergroßer Glaubensgewissheit selbst bereits in der Wissensposition und Beurteilungsinstanz des Jüngsten Gerichts, also des Göttlichen selbst wähnen. Gnadenlos, wie jener   alte Gott.
Der Gott, der in unserem heutigen Predigttext an Sodom vernichtend strafhandelt, ist nicht mehr unser Gott, heute und hier. Der Zusammenhang von menschlicher Schuld und Vernichtung als Bestrafung durch Gott ist uns längst zerbrochen, die Religionsgeschichte ist zu unserem Glück weiter gegangen und gekommen.

Unserem christlichen Glauben näher steht das andere wesentliche Element der Erzählung: die Einsicht, dass Gott nicht mit sich handeln lässt, man mit Gott nicht handeln kann. Das, liebe Gemeinde, ist an unserer alttestamentlichen Geschichte der uns nahe, ja sogar ur-protestantische Zug, wie wir im Rückblick feststellen können.
Wir können vor Gott nicht durch das, was wir selbst sind und      machen und tun, gut dastehen, wir werden nicht durch unsere   Werke vor Gott gerecht, wie es in unserer paulinisch-lutherischen Tradition heißt, sondern wir sind in dem, was wir sind und was auch immer wir tun oder getan haben, von Gott selbst aus wertvoll, wertgeschätzt und gerechtfertigt. Wir sind nicht besser als wir sind, aber auch nicht schlechter. Wir dürfen uns besinnen und verlassen darauf, dass wir, jeder einzelne wertvoll ist, so wie wir sind, mit unseren Schwächen, Defiziten, Begrenzheiten und unserer Vergebungsbedürftigkeit, mit unseren Begabungen, unserem Können, allem, was an uns liebenswert ist, unseren Stärken. Und das unterscheidet den Gott unseres Glaubens von dem des Abraham in der heutigen Geschichte. Da hat sich unser Gottesbild doch erheblich gewandelt. Der „Herzensumsturz Gottes“ vom Alten zum Neuen hat sich vollzogen, den dürfen wir voraussetzen. Wir glauben an den Gott, der uns gnädig ist, der den Sinneswandel vom richtenden zum aufrichtenden Gott hinter sich hat, der großzügig ist, weil er ein unglaublich weites Herz für uns gewonnen hat – wenn man in solchen Kategorien überhaupt von Gott sprechen kann, wir tun das bildlich - und der uns von daher vergeben kann, weil er nicht hartherzig, sondern barmherzig ist und sogar und gerade in den Schwachen mächtig ist, ja, sich mit den Schwachen selbst identifiziert. Im Weg Jesu ans Kreuz manifestiert sich das für uns. Ja, dieser Gott ist uns durch Jesus ein für alle Mal nahe gebracht worden.
Es ist der Gott, den wir in und hinter allem, was wir erleben und leben, als die tragende Kraft, als das, was uns weitermachen lässt und motiviert, spürbar wird, auch dann, wenn es uns schlecht geht und wir an seiner Güte und Zuwendung zweifeln, ja, uns schwer tun, an ihn zu glauben.
Es ist der Gott, der uns die Spannung zwischen Sinnhaftigkeit und Sinnlosigkeit aushalten lässt und auch in dunklen Lebensphasen durchträgt und Hoffnung über das Ende hinaus gibt. Spüren wir das?

Liebe Gemeinde, 
die heutige Abrahamsgeschichte, sein Gespräch mit seinem Gott, verbindet die Vorstellung von dem richtenden und strafenden Gott mit der Vorstellung von dem Gott, der letztlich nicht mit sich handeln lässt.
Unser christlich-protestantischer Glaube verbindet demgegenüber die Vorstellung von dem barmherzigen Gott mit der von dem Gott, der – wie jener alte Gott, nur unter anderem Vorzeichen – letztlich auch nicht mit sich handeln lässt, weil unser Gott konsequent bei seinem – eben nicht Gerichtshandeln – sondern Gnadenhandeln   allein aus sich selbst heraus bleibt, ohne menschliche Verhinderungsmöglichkeit, aber auch ohne positive Beeinflussungsmöglichkeit.   Allein aus Gnade sind wir gerechtfertigt, aus Gottes eigenem Willen heraus wendet er sich uns zu, sind wir ihm so, wie wir sind, unendlich wertvoll, mag er jeden von uns sehr.
Diese Glaubenssicht der Dinge ist nun etwas typisch Protestantisches. Im Katholizismus ist es doch etwas, entscheidend anders, zumindest von der offiziellen Lehrmeinung her gesehen. Im Katholizismus wird der gnädige Gott doch noch stärker mit dem richtenden verbunden, und: man kann mit ihm handeln! Das derzeit laufende römische Jahr des Ablasses, für uns Protestanten ein seltsamer Anachronismus der Kirchengeschichte, der das reformatorische Anliegen umso aktueller macht, zeigt das in aller Deutlichkeit. Ja, das gehört wie manch anderes zu dem Trennenden in der Ökumene. Das dürfen wir nicht verdrängen oder verschweigen.
 

Letzter Gedankengang:
Wenn wir an den alles überstrahlenden barmherzigen Gott glauben, an den „Freund des Lebens“, wie einmal eine EKD-Denkschrift tituliert wurde: Wie gehen wir dann als Protestanten mit Phänomenen um, die christlich-traditionell oder auch von heutigen Fundamentalisten dem strafenden Richtergott ursächlich zugeschrieben werden. Was haben wir an dessen Stelle zu setzen?
Also zum Beispiel: große Katastrophen, plötzliche Krankheiten, schwere Missstände – soweit sie nicht menschlich erklärbar sind; also alles, was wir zum Beispiel mit dem Stichwort „Schicksalsschlag“,   kollektiv oder individuell, versehen würden. Das können ja wohl kaum Wirkungsweisen eines barmherzigen Gottes sein, oder?
Sollten wir uns überhaupt in solchen Fällen zu einer religiösen Deutung vorwagen, dann hilft uns möglicherweise eine Deutung, die von Martin Luther vertreten wurde und auf deren Relevanz für eine Lebensdeutung und -bewältigung heute unter modernen Bedingungen ich Sie gerne aufmerksam machen möchte und die ich Ihnen deswegen auch persönlich nahe legen will: 
Wenn uns etwas passiert, worauf nach aller Prüfung das Wort „Schicksal“ passt, dann steckt etwas dahinter, das offensichtlich die eigene und jegliche benennbare andere menschliche Verursachungsmöglichkeit übersteigt. Es liegt nicht in menschlicher Macht.
Jemand wird plötzlich schwer krank, todkrank. Medizinische Untersuchungen können einiges klären, woran es vielleicht liegt. Ändert aber nichts mehr. Das Ende ist absehbar. Fragen: Warum genau diese Person? Und warum jetzt? Warum ist keine Rettung mehr möglich? Auch wenn man alles Menschenmögliche tut? Auch betet?
„Gott ist ein Freund des Lebens“ hilft da genauso wenig wie „Das ist eine Strafe Gottes“. Die Unabänderlichkeit der Situation wäre durch beide Interpretationen zynisch missverstanden. Luthers Deutungs- angebot sagt, dem Sinn nach, dass sich in solchen unausweichlichen Lebenslagen der verborgene, uns unverständliche Gott bemerkbar macht. Und das kann man ja als Betroffener nur bestätigen.
Wenn es gut geht, dann erlebst Du im Leid deinen Gott, der dir jetzt ganz ferne ist, auf ganz verdeckte Art als den, der dich aushalten und durchhalten lässt, der dich durchstehen lässt. Und vielleicht erinnerst du dich dann, liebe Seele, an die vielen Situationen, in der dich dein Gott schon früher durchgetragen hat, in guten und in   bösen Zeiten. Er wird es bis zum Ende tun und darüber hinaus.
So ist es ja auch Jesus selbst gegangen in seinem Weg zum Kreuz. Im Garten Gethsemane hat er seinen lieben Vater im Himmel gebeten:  Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir, doch nicht, was ich will, sondern was du willst.
Und so beten wir mit seinen Worten auch heute noch: Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Und wenn Jesus am Kreuz, also in der größten Not, der Todesnot mit alten Worten des Psalm 22 zuletzt noch gesagt hat: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Dann wendet er sich damit an den ihm fernen Gott, der aber im Verborgenen ihm immer noch der Seine und so verdeckt nahe geblieben ist. „Mein Gott!“.
Sein Gott sei auch unser Gott. Darum können wir nur bitten.
Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere menschliche Vernunft, unser Dichten und Trachten, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

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