Bergpredigt
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Ehrenamtliche Spaziergänger oder Radler gesucht!
Für den Gemeindebereich Sibichhausen und Bachhausen suchen wir freundliche Menschen, die viermal im Jahr den Gemeindebrief an etwa 40 Haushalte austragen. Wenn Sie sich damit ehrenamtlich für Ihre Kirchengemeinde engagieren möchten, melden Sie sich bitte im Pfarrbüro bei Frau Jung, Tel. 08151 / 973176, oder gerne auch persönlich. Vielen Dank!
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Lichtstreif
Durchleuchtung unserer Persönlichkeit?
Das Google-Auto – eine besondere „Suchmaschine“
Dass sein Wohnort, sein Haus oder seine Wohnung im Internet erscheint und für jedermann von überall her anzusehen ist, das mag nicht jeder. Aus Prinzip nicht? Nicht nur! Es könnte ja sein, dass beliebige Dritte durch Kombination mit Adressbucheinträgen oder durch Adressenkäufe ermitteln, dass genau Sie da wohnen! Um das in Erfahrung zu bringen, braucht es neue Google-Aufnahmen? Viele Firmen, auch Hilfsorganisationen, von denen wir tagtäglich behelligt werden, wissen bereits, wer und wo wir sind, auch ohne fotografisches Ansichtsexemplar unseres Domizils, ohne street view. Sie schicken uns Post, Mails oder rufen uns an. Als Kunden vieler Unternehmen und Großkonzerne haben wir schon mehrfach unsere Adressen preisgegeben. Es sind aber keine wirklich persönlichen Daten, oder? Cui bono, wem nützt also die Google-Aktion?
Mit der Kamera durch die Straßen zu fahren und Häuser von außen aufzunehmen, könnte vielleicht interessant sein für Immobilenmakler, denen die bodennahe Detail-Ansicht von Google-Earth bislang noch nicht genügt hat und denen nun überregional alle möglichen und unmöglichen Immobilien aller Art neu in der Straßenansicht gezeigt werden. Aber die Fassaden allein sind für eine taugliche Werteinschätzung einer Immobilie nicht wirklich erhellend. Wen interessiert also wirklich, was Google da gerade macht?
Die Aufnahmen, die zunächst mal in zwanzig deutschen Großstädten gemacht werden, nicht landesweit und flächendeckend, sind interessant für Leute, die virtuell herumspazieren wollen und können. Sie können sehen, wie es da aussieht, wo sie persönlich-physisch gerade selbst nicht so leicht hin können oder vielleicht auch nie mehr hinkommen werden – das ist doch eine tolle Sache! Wer seinem Hotelprospekt oder -Internetauftritt für den nächsten Urlaub nicht ganz traut: wo du da genau hinfährst, was für ein Umfeld es ist, das siehst du jetzt ungestylt, allerdings immer nur die Fassaden – falls sie nicht gelöscht wurden. Das wäre allerdings verdächtig!
Darum geht´s aber Google gar nicht. Google geht es nur um Google. Es ist eine gigantische Marketing-Idee, ein Riesenprojekt, das das Unternehmen Google endgültig bis in die letzten Straßen und Sackgassen bekannt machen soll! Wenn Google das Projekt jemals flächendeckend durchzieht, dann ist Google endgültig überall in aller Munde, bis in die letzten Winkel seines heiß umkämpften Marktes, den es angeblich sowieso schon zu 80 % beherrscht.
Wie viele warten schon darauf, ob und wann das Google-Auto vielleicht auch bei ihnen vorbeifährt? Auch wer es nicht mag, alle machen bereits irgendwie mit! Alle Medien und Nachrichten-Sendungen und auch die „große Politik“ mit vielen parteigebundenen und -übergreifenden Äußerungen machen wie von selbst mit, Datenschützer an erster Front! Sie alle lassen sich mit ihren öffentlichen Bedenkenträgereien, mit engagierten Befürwortungen oder Widerstands- und Wiederspruchsaktivitäten allesamt vor den einen großen Google-Werbe-Karren spannen!
Genau das wollte Google! Das Ziel ist quasi schon erreicht, bevor die ersten Google-Autos überhaupt losgefahren sind! Und alle sind darauf herein gefallen! Eine möglichst heftige öffentliche Diskussion in Deutschland, wo man sich wieder einmal besonders moralisch aufwirft wie in keinem anderen Land – sie nützt Google nur. Es ist ein wahrer Goooogle-Hype!
Auch wer sich wehrt, ist dabei. Du kannst dich abmelden. Wer aber schweigt oder nicht ausdrücklich „nein“ sagt, sagt „ja“. Dieser Abstimmungsmodus ist historisch bekannt.
Verständlich ist die Unsicherheit derjenigen, die Sorge haben, ob die gesammelten Bilddaten nicht eines Tages irgendwie zu ihrem Nachteil verwendet werden könnten. Man kann ja nie wissen. Dass aber ernsthaft in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen eingegriffen wird, geschweige denn, dass die Persönlichkeit des Einzelnen durchleuchtet würde, ist nicht zu sehen, einfach Panikmache - von zufälligen Personenaufnahmen der peinlichen Art abgesehen.
Christlich-menschlich gesehen: Der unendliche Wert der einzelnen Menschenseele, unsere je individuell unableitbare menschliche Würde als Person und Gottes Geschöpf wird durch irgendein filmendes Kamera-Auto, einer eher läppischen Karikatur der großen „Suchmaschine“ Google, sicher nicht tangiert!
Weniger Aufgeregtheit, mehr Gelassenheit und mehr christlich-menschliches Selbstvertrauen, bitte!
Pfarrer Johannes Habdank
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