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03.05.2020 - Jubilate - Virtueller Gottesdienst „Ich bin der Weinstock“

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Virtueller Gottesdienst mit Pfarrer Johannes Habdank am 03.05.2020, Jubilate, 10 Uhr
im leeren Katharina von Bora-Haus: "Ich bin der Weinstock"

[im Video (zum Miterleben im leeren Katharina von Bora-Haus) und Text (zum Lesen oder Runterladen)]

 


Begrüßung:
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergan-gen, siehe, Neues ist geworden. Mit dem Spruch für die neu beginnende Woche aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Korinther, Kapitel 5, Vers 17, grüße ich Sie und Euch alle zum Gottesdienst am 3. Sonntag nach Ostern hier aus dem Katharina von Bora-Haus in Berg.
Der Sonntag Jubilate ist nach dem früheren lateinischen Wechselgesang "Jubilate Deo" (aus Psalm 66) benannt und gehört zu den Freudensonntagen des Osterfestkreises. Zu bejubeln ist, dass durch das Ostergeschehen Menschen verändert, erneuert und verwandelt werden. Das Evangelium für diesen Sonntag verwendet in der Gleichnisrede vom Weinstock und den Reben Naturbilder vom Werden, Vergehen und vom Neubeginn.

Unser Gottesdienst geschehe im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Evangeliumslesung aus Johannes 15: "Der wahre Weinstock"
„Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.
Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.
Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.“


Predigt über Johannes 15, 5:
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben! Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nicht leben. (Johannes 15, 5)

Liebe Gemeinde,

Trinken Sie gerne mal ein Glas Wein? Lieber weißen oder roten? Gehören Sie gar zu denen, die man „Weinkenner“ oder gar „Sommeliers“ nennen kann? Die sich auskennen in den Rebsorten, Anbaugebieten und Lagen und Jahrgängen und vielen Feinheiten? Die die Fachsprache beherrschen und selbstverständlich wissen, wovon die Rede ist, wenn von der „glücklichen Vermählung von Dornfelder und Domina“, dem „feinen Duft nach roten Beeren“, der „zarten Note von Vanille, ansprechend und komplex, mit viel Tiefgang und Nachhall im Abgang“ oder einem „harmonisch-milden  Erlebnis“ mit „frisch und klar belebender Würze“ und „betörendem Duft und belebender Art“ sprechen? Das treffend zu formulieren und zu verstehen, ist eine Wissenschaft für sich!

Die besten Weine werden heute biodynamisch angebaut, weltweit, nur Erlesenstes, in relativ kleinen Mengen wird verarbeitet, veredelt. Kein Massenwein also. Wobei der gar nicht so schlecht sein soll. Kaufen Sie auch schon mal einen sogenannten Billig-Wein aus einer Supermarktkette, vom Discounter? Hauptsache: er schmeckt und macht kein Kopfweh! Oder? Geht doch!

Im Gottesdienst beim Abendmahl geht es nicht um die geschmackliche Qualität des Weines, ebenso wenig wie bei der Hostie, also dieser Oblate, sondern beide sind als Brot und Wein Bedeutungsträger für Person und Leben Christi, die uns vergegenwärtigt werden, die wir in ihrer religiösen Heilsbedeutung wahrnehmen und empfangen, um unserer gemeinschaftlichen Einheit mit Christus im Geiste vergewissert zu werden. Sehet und schmecket, wie freundlich der Herr ist, sagt der Pfarrer immer am Beginn des Abendmahls, und am Schluss ein Jesuswort, zum Beispiel: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben, wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht! Geht hin im Frieden!  

Der Wein. Der Wein war in der Antike neben Wasser und oft auch Bier das wichtigste Getränk, also Grundnahrungsmittel, also Bier nicht erst heute in Deutschland und einigen Nachbarländern, vor allem natürlich in Bayern, sondern schon damals, vor allem in Ägypten, wenn ich recht orientiert bin. Im alten Israel v.a. Wein.
   
Das Bild vom Weinstock war in der damaligen agrarischen Gesellschaft ein ganz zentrales Bild, das jeder verstand, weil er es vor Augen hatte. Wann haben Sie zuletzt in einem Weinberg Trauben mit der Hand geerntet? Das war damals Gang und Gäbe für viele, Alltag.

Die Weintraube und der Jesusspruch aus dem Johannesevangelium thematisieren ein zentrales Sinnbild des Christentums. Jesus hat es verwendet, um sein Verhältnis zu den Menschen, die ihm glaubten und nachgefolgt sind, zu symbolisieren.

Für heute gesagt: In unserer christlichen Religion glauben wir über alle Konfessionsgrenzen hinweg, dass sich unsere Sinndeutung des Lebens wesentlich mit Bezug auf Jesus und seinen Geist orientiert: an dem, was er gesagt und getan hat, was und wie er gelebt hat, in welchem Bewusstsein er gestorben ist. Entsprechend glaubt der Christenmensch nicht genauso wie ein muslimisch oder jüdisch Gläubiger an den einen Gott, sondern er glaubt an Gott nur so, wie dieser sich ihm durch Jesus vermittelt und erschlossen hat: als zwar fordernden, aber darüber hinaus gehend großzügigen und barmherzigen, konventionelle Grenzen auflösenden, vergebenden und liebenden Gott.

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben!
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nicht leben.“

Das der Naturanschauung entnommene organische Bild vom Weinstock und den Reben versinnbildlicht die lebensnotwendige, religiöse Rückbindung jedes Einzelnen in unserem vielfältigen Christentum an Jesus, dass du mit Jesus etwas Positives anfangen kannst und an ihn glaubst, dich an seinen Ideen und seinem Leben orientierst, kritisch, aber auch konstruktiv und für dich hilfreich: Jesus ist der, der dir letztlich Lebenssinn gibt. Im Erleben, deutenden Verstehen und Leben deines eigenen Lebens in seinen verschiedenen Phasen und mit seinen vielen Erlebnissen und Erfahrungen, in guten und in schlechten Zeiten, im Sterben, im Tod und darüber hinaus. Jesus als maßgebliche Deutungsfigur, Halt und Trost im persönlichen Leben. Das ist das Angebot, das dieses Bild macht.

Der Weinstock mit seinen Reben symbolisiert aber auch: Keine Rebe gleicht der anderen, und keine Frucht der anderen. Und vor allem: Weder die Reben noch ihre Früchte sind jeweils direkt miteinander verbunden. Die Trauben sind nur über die Rebe, die Reben nur über den Weinstock verbunden, der allein alle und alles verbindet und ernährt.

So ist das Bild vom Weinstock und seinen Reben ein sehr liberales Bild für die Kirche. Das einzige, was alle Reben miteinander verbindet, ist Jesus selbst. Ansonsten sind die Reben von einander verschieden und bringen auch ganz unterschiedliche Frucht, das meint die Vielfalt der Begabungen und Beiträge in Wort und Tat, mit denen sich Christen füreinander und für andere engagieren und einander helfen.

Dass die Kirche eine Gemeinschaft mit Einheit in Jesus Christus selbst, aber auch eine in sich differenzierte, vielfältige offene Gesellschaft ist, mit ganz vielen unterschiedlichen Reben, Rebsorten, Geschmacksrichtungen, Jahrgängen, Anbaugebieten, Lagen und entsprechend auch Früchten – wie schmeckt Ihnen das? 

In dem Lied von Paul Gerhardt von 1653 „Geh aus mein Herz und suche Freud“ heißt es in einem Vers „Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft“ – allen Reben, wer immer Sie sind.

Ich wünsche Ihnen „täglich neue Stärk und Kraft“ in diesen Tagen, und alles, was Ihnen bevorsteht! Gottes reichen Segen!
Amen.

Die Texte zum Gottesdienst mit Predigt können Sie hier auch als PDF herunterladen.

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Mobil: 0160 / 97 93 96 17
Fax: 08151 - 95 552
E-Mail: johannes(dot)habdank(at)elkb(dot)de
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