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07.06.2020 - Musikalischer Gottesdienst "Lust auf Kirche"

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Musikalische Gottesdienst "Lust auf Kirche" mit Prädikantin Conni Jung
und musikalischer Begleitung von Claudia Sommer

 

Where could I Go - Wohin könnte ich gehen, außer zum Herrn.

Es ist nicht leicht in einer Welt zu leben mit all ihren Versuchungen.
Ich suche eine Zuflucht für meine Seele.
Ich brauche einen Freund, der mir am Ende hilft.
Der Gospel erzählt von Freunden und netten Nachbarn,
aber das reicht nicht.
Was ist wenn ich sterbe und die kühle Hand des Todes spüre?
Aber was ist, wenn meine Seele Mann von oben braucht?
Wohin könnte ich gehen außer zum Herrn?

Ich glaube dieser Gospel bringt es auf den Punkt.
Viele von uns laufen durch ein paradiesisches Leben, es geht uns gut.
Und dann, ganz schleichend merken wir, das ist nicht alles.
Tief in mir ist eine Leere.
Und mit jedem Jahr, dass wir an Alter und Weisheit gewinnen,
merken wir mehr, dass die Zeit hier auf Erden endlich ist.
Und langsam wird das Paradies welk
Und wir erkennen unsere Wüstenlandschaft - auch ganz ohne Corona.
Corona verstärkt sie nur.

Wir brauchen Manna für die Seele.
Wie sehr, merken wir besonders in Quarantänezeiten.

Wir suchen einen bedingungslosen Zufluchtsort,
wo wir schwach sein dürfen, wo wir beschützt werden.
Wo wir Angst zeigen dürfen und getröstet werden.
Das suchen auch die „Starken“ unter uns.

Wir brauchen Jemanden, der in unser Herz schaut,
in die Tiefe unserer Seele - in Liebe, der uns anerkennt.

Vielleicht ist es auch eine Suche nach der Kraft, die uns antreibt.
Manna für die Seele, die unser Leben steuert.
Manna von oben benötigt auch Mose und sein Volk in der Wüste.
Wer außer Gott könnte ihre und unsere Sehnsucht stillen unsere Suche beenden.

Mitten hinein in diese Gedanken, spricht Gott die Worte unseres Predigttextes.

4 Mose 6,22-27
22 Und der HERR redete mit Mose und sprach:
23 Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:
24 Der HERR segne dich und behüte dich;
25 der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
26 der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
27 So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

Herr, segne unser Hören und Reden durch Deinen heiligen Geist.

Sie kennen diese Worte.
In fast jedem Gottesdienst bilden sie den Abschluss,
wenn wir nach der inneren Stärkung durch Gottes Wort
wieder hinaus in die Welt geschickt werden.

Große Worte, damals gesprochen in die Wüste der Unsicherheit
Heute hören wir sie in unserer persönlichen Sehnsucht nach Schutz, Liebe und Anerkennung.


Der Herr segne und behüte dich.
- bekommen wir zugesprochen.

Nicht der Sprecher segnet uns, nein, Gott segnet uns -
durch den Menschen. Er ist Übermittler der frohen Botschaft.

Während wir dann so dastehen, bereit für den Segen,
ist das ein Moment der Ruhe, der inneren Stille.
Die Welt schweigt.
Nichts, aber auch gar nichts ist für uns in diesem Moment zu tun.
Wir stehen da vor Gott, wie wir sind, mit unseren Macken,
mit unseren Ecken und Kanten,
ob gut oder böse, fröhlich, zickig, traurig, genervt oder zufrieden.

Nichts von alledem ist für den Segen von Bedeutung.
Wenn ein Mensch die Segenshand hebt, uns Segensworte zuspricht,
berührt uns Gott.
Wir benötigen keine Voraussetzungen dafür.

Wenn der Segen fließt dürfen wir ihn empfangen, wir dürfen ihn hören,
wir dürfen ihn glauben. Er wird uns geschenkt.
Gott berührt darin meine Seele. Er ist in mir, ich bin in ihm.
Da ist die Zuflucht, die im Lied besungen wurde.

Der Segen begleitet uns ein Leben lang,
bei der Taufe, bei der Konfirmation, bei der Trauung und beim Sterben und der Verabschiedung von der Welt.
Er begleitet uns wann immer wir den Segen zugesprochen bekommen.

Wohin könnte ich gehen, außer zum Herrn.
Bei ihm ist Zuwendung, Zuflucht und Geborgenheit und Liebe.


Gott behütet uns.
Für mich ist dieser erste Satz des aaronitischen Segens
wie eine göttliche Umarmung.
Hier bekomme ich Trost und Schutz wie ich sie aus glücklichen Kindertagen von meinen Eltern bekommen habe.

Doch behütet und gesegnet sein von Gott bedeutet noch viel mehr.
Unter seinem Schirm können wir uns entfalten.
Unsere Gaben, die wir von Gott geschenkt bekommen haben,
können wir entdecken, sie erblühen lassen
und wachsen und fruchtbar werden - für uns und andere.

Claudia Sommer zum Beispiel.
Schon als ich dich das erste Mal hörte, lief mir ein Kribbeln am Rücken herunter. Und im Laufe der Zeit,
in der ich sie ein wenig mehr kennengelernt habe, ist mir klar geworden,
dass durch ihre Stimme Gottes Liebe strahlt.
Es ist also kein Wunder sie immer wieder in der Kirche anzutreffen.
Ihre Stimme ist ihre Gabe, die sie aber nicht für sich behält.
So arbeitet sie schon viele Jahre mit den Kindern aus dem Inselhaus Kinderheim in Eurasburg zusammen.

Und so wie ihr, geht es doch vielen Ehrenamtlichen, die mit ihren von Gott geschenkte Gaben ihren Dienst verrichten - und das mit Freude.

Der Segen ist aber keine Versicherung gegen Lebensschäden. Nein.
Wir durchlaufen dasselbe Leid, wie alle Menschen, ob gläubig oder nicht.

Stimmt das denn dann überhaupt mit dem Segen?
Gerade ist so viel Leid, Chaos und Ungerechtigkeit in der Welt.
Wo ist da der Segen Gottes spürbar?

Ich habe in der letzten Zeit viele Berichte aus Amerika gesehen und ich leide mit ihnen. Da kann doch kein Segen darauf liegen.
Vielleicht doch.
Jetzt, wo die Menschen keine Luft mehr bekommen, reicht es!
Im Gedenken an den, durch einen Polizisten, gewaltsam zu Tode gekommen Afroamerikaner, George Floyd gehen die Menschen auf die Straße. Nicht nur in Amerika. Auch in München gab es gestern eine sehr große, friedliche Demonstration. Aus geplanten 200 wurden 20.000.

Es wird sich etwas verändern.
Veränderung macht Angst, weil sie uns aus gewohnten Bahnen wirft.
Auch die Wüstenwanderer hatten sie.
Wussten sie doch nicht, was auf sie zukommt auf ihrem Weg.
Doch wir haben Gott an unserer Seite, dem wir unsere Ängste und Sorgen, unser Leid klagen können.
Er ist da und schenkt uns seine Kraft, dass wir weiter gehen können.

Mit Gottes Hilfe halten wir viel aus, Widerstand, auch Abstand, den Mund-Nase-Schutz sowieso, auch mal verordnete Einsamkeit.
Das geht, weil wir es nicht nur für uns tun, sondern aus Fürsorge für unsere Mitmenschen.
Wir tun es für die Gemeinschaft, die wir doch brauchen.

Und dann geht auch wieder mal die Sonne auf.
Gott gibt mir Sonne, gibt mir Wärme, gibt mir Licht.
Er bringt all die Farben in mein Leben wieder zurück.

Gib mir Sonne von Rosenstolz - gesungen von Claudia Sommer.


Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Gib mir Sonne, gib mir Wärme, gib mir Licht,
all die Farben wieder zurück.
Alle Türen sind ganz weit auf, hab keine Angst mich zu verbrennen.

Das passiert, wenn Gott sein Angesicht über uns leuchten lässt.
Wenn Gott sein Angesicht über uns leuchten lässt,
heißt das: er strahlt uns an.
Augenkontakt, auf Augenhöhe, zärtlicher Blick.
Er strahlt unser Leben an.
Er leuchtet auch in die Ecken, die wir am liebsten vor ihm und uns und anderen verbergen möchten.
Er beleuchtet Winkel in meiner Seele, die ich selbst nicht mal kenne.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott stellt hier seine Beziehung zu uns Menschen,
genauer - zu jedem Einzelnen von uns dar.

Für mich bedeutet dass, wenn Gott mit meinen Fehlern leben kann,
dann kann ich das auch.
Ich kann auch mal zugeben, wenn ich etwas falsch gemacht habe.
- so hat sich auch ein amerikanischer Polizeichef entschuldigt.

Ich kann Fehler bereuen.
Wir können uns entschuldigen und um Vergebung bitten.
Gott spricht uns seine Gnade zu.
So können auch wir unseren Schuldigern vergeben.
Jesus hat uns diese Worte gelehrt, im Vaterunser.

Wenn ich mich das traue, wahrhaftig und gerecht zu sein,
oder zumindest zu versuchen, wie Jesus Christus es uns vorgelebt hat,
dann verändert sich etwas in mir.
Alle Türen sind ganz weit auf, hab keine Angst mich zu verbrennen.
- und ich spüre Freiheit.

Je ehrlicher und gnädiger ich zu mir selbst bin,
desto ehrlicher und gnädiger kann ich es auch zu andern sein.

Und wie ein altes Sprichwort sagt:
So wie man es in den Wald hineinruft, schallt es auch wieder heraus.
Gebe ich Gottes leuchtendes Angesicht und Gnade an andere weiter,
werde ich auch von meinem Gegenüber angeleuchtet und gnädiger behandelt.

Meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen funktionieren viel besser.
Ich kann auch die Fehler Anderer besser aushalten, ihre Macken und Kanten. Ich habe doch selbst welche, die in Gottes Licht leuchten.

So sehe ich es auch in Amerika.
Da wo Polizisten den Demonstranten mit Mitgefühl begegnen,
ehrlich auf Augenhöhe, bleibt die Lage friedlich.

Auch auf dem Wüstenweg geht es leichter voran,
ohne Angst- und Wutpaket.

Es ist die Barmherzigkeit und Nächstenliebe, die Jesus Christus uns vorgelebt hat. Gott schenkt uns seine ganze Aufmerksamkeit.
Gott bin ich wichtig. Gott ist mit mir gnädig.

Stellen Sie sich einen Weizenspross vor, der aus der Erde ragt.
Und dann heben Sie den Kopf und sehen das ganze Feld.
So sieht Gott uns an. Jeder Einzelner ist ihm wertvoll, und nur zusammen machen wir die Menschen satt.

Wir tun uns einfach schwer mit der Gnade für andere.
Es wäre schön, wenn uns ein Engel an die Hand nehmen würde
und ein Stück tragen würde, wo wir nicht weiterkommen.

Angel - Claudia Sommer besingt ihn uns

Da wo Engel sind, kehrt auch ein Friede ein.

Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Gott gibt uns seinen Frieden.
Frieden im Herzen, manchmal nur für einen Augenblick.
Er schenkt uns den Frieden.
Dieser Friede geschieht in uns.
Er ist unabhängig von unserer äußeren Situation.

Wenn ich vollgestopft bin mit Unglück,
oder auch Glück und immer noch ein wenig Raum für Gott übrig habe,
dann macht sich dort Gottes Friede breit.

Der innere Friede lässt die Wüstenwanderer durchhalten,
Demonstranten bleiben friedlich.
Die äußere Situation ändert sich nicht, aber unsere Einstellung dazu.

Ich kann Belastungen loslassen, die ich sowieso nicht ändern kann.
Ich kann Gottes Segen Raum geben, um das Gute wachsen zu lassen.

Gott segnet uns und behütet uns.
Das ist Gottes bedingungslose Grundversorgung für uns.
Er lässt seine Gaben in uns wachsen und schenkt uns
seine Liebe, Trost, Schutz und Hoffnung.

Gott lässt sein Angesicht leuchten über uns und ist uns gnädig.
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang und darüber hinaus leuchtet er unsere Wüstenwege aus und schenkt uns seine Aufmerksamkeit, seine Vergebung und seine Liebe.

Der Herr erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden.
Gott sucht sich seinen Raum in unserer Seele, stärkt uns, erhebt uns durch seinen Frieden. Er schickt uns in die Welt hinaus in seiner Liebe zu leben und zu handeln.

Denn der Friede Gottes, der stärker ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

Wir dürfen immer und jederzeit um Gottes Segen bitten.
Das tun wir nun musikalisch.
Segne uns, o Herr.

 

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