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14.2.2021 - Online-Gottesdienst am Sonntag Estomihi

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Online-Gottesdienst am Sonntag Estomihi

 14. Februar 2021, 10.00 Uhr
aus dem Katharina von Bora - Haus.
Pfarrer Johannes Habdank

 

 

 

Predigt am 14.2.2021 (Estomihi) über den Monatsspruch Februar 2021:
„Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“ Lukas 10,20
von Pfarrer Johannes Habdank


Wer eine/r ist und was das Wesen und die Bestimmung eines Menschen ist, also seine Identität, wird in der Bibel u.a. mit dem »Namen« ausgesagt: Adam, der Erdling; Eva, die Lebensmutter; Kain, der Erworbene; Israel, der Fürst Gottes; Mose, der (aus dem Wasser) Herausgezogene – der“ Name“ steht komprimiert, in Konzentration für Wesen und Geschichte eines Menschen.

»Name« bedeutet Ansprechbarkeit. Indem die Geschichte eines Menschen im Namen zusammengefasst ist, wird sie in erreichbare Nähe gebracht. Mit dem Namen kann man anreden, rufen, beschwören, Einfluss ausüben, Macht bekommen. So ist es im Verhältnis von Gott zu Mensch, von Mensch zu Mensch und von Mensch zum Tier: Als Adam den Tieren Namen gibt (Gen 2,20), beendet er ihren Status als anonyme Naturwesen und setzt sie zu sich in Beziehung, gibt ihnen einen menschenwürdigen Status.
Wenn im AT Gott seinen Namen offenbart, den Menschen seinen Namen anvertraut, dann macht er sich einerseits erreichbar und ansprechbar. Er ist nicht mehr unklar, vieldeutig und dunkel, sondern bekommt Konturen. Menschen können mit ihm eine gemeinsame Geschichte haben. Andererseits öffnet dies auch viele Möglichkeiten des Missbrauchs und des Missverständnisses. Menschen können versuchen, Einfluss auf Gott zu bekommen, ihn gezielt miss zu verstehen und Macht über ihn zu gewinnen versuchen. Wie wir aus der langen Kirchengeschichte alle wissen, sind solche Versuche eher die Regel als die Ausnahme.

Auch im NT ist der Name eine Frage der Identitätsstiftung. Joshua/Jesus, ein von Gott verliehener Name, bedeutet: Gott rettet!
Nicht bei jedem trifft der gegebene Name so sehr den Wesenskern seiner Identität wie bei Jesus, zumindest dem Anspruch nach. Mit manchen Namen kann man z. B. heute als Eltern, falls man sich bei der Namensgebung für die Kinder um die Namensbedeutung überhaupt Gedanken macht, - auch daneben liegen, es wird für manche die Taufe zum blauen Wunder, wenn ich ihnen sage, was der Name des Kindes eigentlich bedeutet. Und was die bevorstehende Entwicklungsgeschichte des Kindes betrifft, kann man auch im Laufe der Zeit mit der Namensgebung ziemlich daneben liegen. ((Zum Beispiel ist unsere Marie keinesfalls immer die Widerspenstige und Sophie im Ansatz schon als 13jährige manchmal die Weise … meine Frau Regine natürlich immer die Königliche!)).

Zurück zum Monatsspruch: Jesus = „Gott rettet“ trifft vor seiner erweiterten Jüngerschaft, 72 sollen es gewesen sein (Lukas 10,20) in Galiläa einmal selbst eine Aussage über „Namen“ – das ist der Monatsspruch für Februar:
„Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“ Also nicht am Himmel, wie von einem Flieger vorübergehend an den blauen Himmel hingesprüht, wobei die Auflösung der Buchstaben das eigentlich interessante Phänomen wäre, oder von einem Zeppelin als Werbeschriftzug mal kurz vorbeigefahren. Nein: der Name im Himmel bleibt für immer und ewig, weil „im Himmel“ heißt: bei Gott, dem allein Ewigen. Unsichtbar, nur dem Glauben im Geiste zugänglich und erkennbar.

„Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“

Dieser Spruch hat etwas sehr Tröstliches, denn: Es gibt ja nur verhältnismäßig sehr wenige Menschen auf der Welt, wenn man auf die Totalität der Menschheit in ihrer Geschichte bis heute blickt, deren Namen man in unserer Menschenwelt noch weiß. Abermillionen, ja Milliarden sind in Vergessenheit geraten, und so geschieht ihnen auch heute noch; anderen wurde ihr Name zeit ihres Lebens genommen und durch eine Nummer ersetzt, andere wurden umbenannt, freiwillig (neuen Sinn stiftend: z.B. Ordensleute) oder z.T. auch unfreiwillig (Eindeutschung jüdischer Namen); andere bekamen und bekommen einen Decknamen (Geheimdienste) zum Schutze ihrer wahren Identität, wieder andere tragen auch heute noch ihren Kose- oder Spitznamen, der ihnen bleibt. ((Meiner mir zum Glück nicht: Butzi. Meine Brüder Rabe und Wowo auf freiwilliger Basis als Künstlername schon.)). Und dann gibt es noch das Phänomen, dass man einen völlig Unbekannten aus der Eiszeit „Ötzi“ nennt, um seiner angeblich menschheitsgeschichtlichen Bedeutung habhaft zu werden. Ja, Namensgebung ist auch eine Art von Bemächtigung, historisch und gegenwärtig.

Der „Name“ soll biblisch stehen für Identität und Wesen einer Persönlichkeit. Aber: Menschliche Identität und Wesen sind vergänglich. Der berühmte Ökonom John Maynard Keynes hat einmal, wenn auch in ganz anderem Zusammenhang, formuliert: „In the long run we are all dead“, „langfristig sind wir alle tot“, maustot und vergessen für immer. Da beißt die Maus kein` Faden ab. Auch die Kirchenmaus nicht. Und da haben vielleicht scheinbar Menschen einen Vorteil, die im Laufe des Lebens etwas Besonderes geschaffen haben, das auch unabhängig von ihnen weiterexistieren kann: Religionsstifter, große Denker und Entdecker, Erfinder, bildende Künstler, Schriftsteller, Komponisten, Musiker, Architekten, berühmte Politiker und Unternehmer usw. –, allerdings auch mit im Lauf der Zeit eher abnehmender Wahrscheinlichkeit, also die Halbwertszeit des Vergessenwerdens ist zumindest deutlich geringer, sie haben prinzipiell bessere Chancen, bleibend in die Geschichte einzugehen, über die Erinnerung im kollektiven Gedächtnis erhalten zu bleiben mit ihrem Namen, bessere Chancen als die übergroße Menge der anderen. Die hat der „Normalo“ nicht.

Wie ist es bei Ihnen, bei Euch? Spätestens, wenn dein Grab aufgelöst wird und die Familiengeschichte auch ohne die Erinnerung an dich weitergeht, dir auch kein bleibender Straßenname – auch sie können ja umbenannt werden - gewidmet wurde, dann wird es sein, als hätte es dich nie gegeben? Aber auch das weiß dann keiner mehr.

„Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“ Für den Glauben, aus welchen Motiven auch immer, gibt es am Ende doch Einen, bei dem unsere Identität von jeher und auf ewig gesichert, aufgehoben, von Anfang an bis auf alle Zeiten verbürgt ist: Gott. Und zwar schon jetzt, auch wenn wir es nicht ganz durchschauen oder glauben können.

In der Offenbarung des Johannes, letztes Buch der Bibel, ist entsprechend die Rede von einem neuen, geheimen Namen, der einem am Ende gegeben werden wird, so heißt es in Kapitel 2,17: »Ich werde ihm einen weißen Stein geben, in den ein neuer Name eingraviert ist, den niemand kennt außer dem, der ihn bekommt«. Hm! Dieser Name ist noch geheim; auch sein Träger wird ihn erst zu gegebener Zeit erfahren. Mit dieser biblischen Vorstellung vom neuen, geheimen Namen am Ende der Zeiten korrespondiert die Verheißung, dass die Bewohner des Neuen Jerusalem, die Christen den Namen Gottes auf ihrer Stirn tragen. Das heißt: die eigentliche Identität eines Menschen ist noch verborgen; sie ist eine Verheißung. Sie ist utopisch. Es »gibt« sie noch nicht, sie ist das Geheimnis, das sich erst noch enthüllen wird, dann wird deine Identität ganz und vollkommen von Gott geprägt sein.

Das bedeutet umgekehrt: Wenn „Name“ Identität bedeutet, ist sie also Zeit unseres menschlich-irdischen Lebens etwas Vorläufiges, in Entwicklung Befindliches, zukunftsoffen für Veränderungen, und zwar ergebnisoffen, also auch frei!?
Es bleibt also letztlich immer ein uns nicht verfügbares Geheimnis, wer wir sind, egal welchen Namen wir zurecht oder zu Unrecht in dieser Welt, in unserem Leben tragen. Gott ist unser Geheimnis in uns und über uns hinaus, denn:
Nur ein Höherer, als wir alle es sind, Gott selbst weiß es, wer wir in Wahrheit sind. Wir dann auch: am Jüngsten Tag. Da werden wir uns vor Gott, durch ihn und in ihm transparent werden, wird offenbar werden, wer wir von jeher waren und in alle Ewigkeit sein werden. Das wollen wir glauben. Herr, hilf unserem Glauben.

Amen.
 

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