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15.03.2020 - Sonntag Okuli - Virtueller Gottesdienst "Maria Magdalena"

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Virtueller Gottesdienst mit Predigt von Lektor Peter Schickel
über "Maria Magdalena" in der Reihe "Gestalten der Passionsgeschichte"
am 15.03.2020, Sonntag Okuli, im leeren Katharina von Bora-Haus, Berg

Hinführung zur Predigt
Schillernd ist ihre Persönlichkeit gewiss. Nicht viel mehr ist belegt. Von den einen als Sünderin und Hure verkannt, von den anderen hochgeschätzt als Apostelin der Apostel („apostola apostolorum“) und erste Verkünderin des auferstandenen Christus – Maria von Magdala, genannt Magdalena. Wahrscheinlich richtig ist Ihre Herkunft aus der Ortschaft Magdala am See Genezareth. Eine reiche, fromme Stadt, die einige Aufständische hervorbrachte, die für die Herrschenden ein Problem darstellten. Freischärler kämpften sowohl gegen den eigenen König Herodes als auch gegen die Besatzungsmacht der Römer. Sie versteckten sich im nahegelegenen Taubental bei Magdala in Höhlen und wurden immer wieder mit Feuer ausgeräuchert. Der Anführer der Freiheitskämpfer hatte sein Hauptquartier in Magdala und die ganze Stadt wurde 67 n.Chr. von den Römern zerstört.

Zur „Fake News“ dagegen zählt in der volkstümlichen Wahrnehmung die Darstellung der Magdalena in der Kunst als reuige Sünderin mit offenen Haaren, etabliert durch Papst Gregor den Großen (+ 604) in einer Predigt aus dem Jahr 591 (veröffentlicht 592), der mit ihrer Person nicht nur die Austreibung von sieben Dämonen (Lk 8, 1-3), sondern die Salbungsgeschichte Jesu bei der sie angeblich seine Füße mit ihrem langen Haar trocknete (Lk 7, 36-50)  - natürlich klingt das erst mal anzüglich - und einer ganz anderen Maria von Bethanien (Joh 12, 1-8), der Schwester des Lazarus verband. Zusätzlich zu dieser Verunglimpfung ihres Namens wurde auch noch ein apokryphes „Evangelium nach Maria“ gefunden, das besonders, wie auch das Thomasevangelium auf die Spannung zwischen Magdalena und Petrus als Gemeindegründer und Leitfiguren der Urkirche hinweist. Eine Gelegenheit für eine Verschwörungstheorie, die sie als von der übermächtigen katholischen Kirche absichtlich verschwiegene und nachträglich übel beleumundete Führungsfigur der ersten Christen darstellt. Von den modernen Hollywood-Filmen nach der Vorlage eines Dan Brown im „Da Vinci Code“ ganz zu schweigen, die Magdalena als illegitime Freundin Jesu inklusive einer geheimen Nachkommenschaft und skandalträchtiger weitergeschriebener Stammbäume offenbaren, die bis in die Neuzeit reichen.

Für mich ist das aber alles nicht wesentlich – auch wenn viel davon den Predigthörern bekannt sein dürfte und die Rezeption der Magdalena direkt negativ beeinflusst. Im Proprium für Okuli geht es um Nachfolge. Magdalena war Jüngerin, die ähnlich wie die erste Gemeindegründerin in Europa Lydia, die entstehende Gemeinde mit „ihrer Habe“ unterstützte. Von den drei hauptsächlichen Erwähnungen in der Schrift – Dämonenaustreibung, Frauen unter dem Kreuz, Auferstehung – hat die Ostergeschichte bei Johannes (Joh 20, 1-18) mich am meisten bewegt. Magdalena verkörpert darin nicht nur die Bereitschaft Jesus nachzufolgen und sich zu ihm hinzuwenden, sondern sie erkennt Jesus zuerst als den Auferstandenen - und damit als den Christus - und wird durch Zuspruch in einer persönlichen Begegnung zur Direkt-Beauftragten des Glaubens. Ihr Gemütszustand wandelt sich vom verzweifelten Weinen zum freudigen Verkündigen durch zweifache ganzheitliche Umwendung. Die ganze Geschichte ist eine Bewegung vom „Kommen“ zum „Sehen“ zum „Erkennen“ und zum „Verkündigen“.  Im Erkennen ist sie Petrus ähnlich, der auch Jesus als erster als den Christus erkennt (MK 8, 29-33). Petrus versucht jedoch gleich darauf Jesus von seiner Bestimmung abzubringen und wird darauf sogar von ihm als „Satan“ bezeichnet. Eine verfehlte Nachfolge im gutgemeinten Abhalten Jesu wäre die Konsequenz (vgl. Joh 13, 36-38). Im festhaltenden Element des „noli me tangere“ bei der Begegnung mit Magdalena schwingt auch das Abhalten von Jesu Bestimmung mit – man kann also in der Nachfolge auch viel falsch machen! Hier ergeht aber sogleich der messianische Auftrag zu seinen „Brüdern“ - also zu uns - zu gehen und seine Auffahrt zu seinem „Vater“ - und damit zu unserem Vater - weiterzusagen. Dieses Glauben und Weitersagen hat eine Parallele zur samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen, die auch als erste von Jesus als dem Christus überzeugt ist und ins Dorf geht um ihre Erkenntnis den Leuten mitzuteilen (Joh 4, 28-29). Man muss also zuerst glauben um weiterzusagen.

Aber anders als die samaritanische Frau durchläuft Magdalena ein Wechselbad der Gefühle bis sie glaubt. Sie kommt und sieht zuerst, dass Jesus weg ist. Die beiden Engel in der Geschichte sitzend zu Häupten und zu Füßen des abgelegten Jesus markieren durch ihre Platzierung genau die Stelle an dem der Körper liegen sollte. Sie sieht jedoch - nichts. Das ist der Moment, in dem die Welt ihr beweist, dass Jesus nicht mehr ist – die erste Umwendung. Alles ist sinnlos. Verzweiflung. Leere.

Aber da erscheint Gott in dem Moment, in dem er für Magdalena in der Verzweiflung des Nichtseins untergegangen ist. In Vers 14 findet erstaunlicherweise eine erneute Umwendung, also eine mutige Bewegung Magdalenas zu Jesus hin statt. Sie sieht vom leeren Grab weg hin zu Jesus. Sie hat Mut gefasst. Nach dem evangelischen deutsch-amerikanischen Theologen Professor Tillich ist der Mut die Selbstbejahung des Seienden trotz seines Nichtseins. Der Mut zum Sein ist der Ausdruck des Glaubens. Und was Glaube ist, muss verstanden werden vom Verständnis des Mutes zum Sein aus. Mut ist Selbstbejahung des Seienden trotz der gegenwärtigen Drohung des Nichtseins.

Sie sieht ihn, erkennt ihn jedoch nicht. Erst durch die direkte Ansprache – das Wort „Maria“ – wird sie gewahr, dass er sie kennt und erkennt ihn gleichzeitig als „Rabbuni“. Durch den Zuspruch ihres Namens erkennt sie ihn als den auferstandenen Christus und wird zum neuen Menschen.

Luther kämpfte für diese unmittelbare Ich-Du-Begegnung zwischen Gott und Mensch. Darin erreicht der Mut den höchsten Gipfel. Luther selbst ist erfüllt von diesem Mut. Sein Mut des Vertrauens ist ein persönliches Vertrauen, das aus einer Ich-Du-Begegnung mit Gott abgeleitet wird.

Das Sein-Selbst (Gott) überwindet fortwährend das Nichtsein. Glaube ist die Erfahrung der Macht des Seins-Selbst, die einem Seienden den Mut zum Sein gibt. Diese Erfahrung hat paradoxen Charakter. Der Glaube ist die existentielle Bejahung von etwas, das alle gegenständliche Erfahrung transzendiert. Wer sich in der Umklammerung des Zweifels und der Sinnlosigkeit befindet, kann sich aus dieser Umklammerung nicht selbst befreien. Aber der Mut der Verzweiflung ins Angesicht zu sehen, ist selbst Glaube und Mut zum Sein an seiner äußersten Grenze. Der Mut hat offenbarende Kraft, der Mut zum Sein ist der Schlüssel zum Sein-Selbst (Gott), das das Nichtsein fortwährend überwindet (Auferstehung). Der Mut zum Sein ist der Schlüssel zum Auferstehungsglauben.

Die johanneische Magdalena repräsentiert den Typus des glaubenden Menschen, dessen Mut zum Sein sich aus einer inneren starken Verbundenheit mit Jesus speist. Die Verzweiflung ist der Freude gewichen. Der Glaube erzeugt Leben. Glaube erzeugt Sinn. Glaube erzeugt Sein.

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“

Liturgie  [im Video (zum Miterleben im leeren Katharina von Bora-Haus) und Text (zum Nachlesen)]

 


Gruß
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

Der Herr sei mit euch.
Und mit deinem Geist.

Ich grüße Sie zum Gottesdienst am heutigen Sonntag Okuli. „Die Augen des Herren merken auf die Gerechten“. So steht es im Psalm 34. Die Augen des Herren geben dem heutigen Sonntag seinen Namen. Okuli heißt auf Lateinisch Augen. Wer in der Nachfolge Christi steht braucht oftmals die Augen des Herren, die auf ihn schauen. Ich stelle ihnen heute eine mutige Jüngerin vor. Nicht viel ist über ihre Persönlichkeit belegt. Von den einen als Hure verteufelt, von den anderen hochgeschätzt als Apostolin der Apostel und erste Verkünderin des auferstandenen Christus – Maria von Magdala, die Magdalenerin, genannt Maria Magdalena.

Drei verschiedene Frauengestalten schmolzen in ihr zu einer Person zusammen. Ein Papst wollte das so - Papst Gregor der Große. Er hielt dazu höchst selbst eine Predigt, die Magdalenas Ruf ruinierte. Seine Worte wurden aufgeschrieben. Das war im Jahr 592. Seitdem findet man auch in der Kunst die Magdalena als reuige Sünderin mit offenen langen Haaren. Nichts davon steht in der heiligen Schrift. – „Fake News“ heißt das heute. Aber machen Sie sich selbst ein Bild über diese schillernde Gestalt der Passionsgeschichte in unserer Predigtreihe „Evangelisch am Starnberger See“ und hören sie selbst die überlieferten Worte aus verschiedenen kanonischen Evangelien über Maria Magdalena.
Zuerst aber singen wir „All Morgen ist ganz frisch und neu“ und denken dabei schon mal an unsere Magdalena. Die Nummer 440 im Gesangbuch.

Eingangsgebet
Lasst uns beten.

Gott,
wir sind zu dir gekommen, der Quelle des Lebens. Wir sind unsicher, aber du gibst uns Gewissheit. Wir kennen den Weg nicht, doch du zeigst uns das Ziel.
Bei uns ist es dunkel, aber du schenkst uns dein Licht.
Öffne uns die Augen, dass wir dich erkennen und ge-stärkt werden im Glauben.
Dazu segne uns in diesem Gottesdienst. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder.

Amen.

Evangeliumslesungen
Aus Lukas 8
1 Und es begab sich danach, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit ihm,2 dazu etliche Frauen, die er gesund gemacht hatte von bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren, 3 und Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe.

Aus Johannes 19
25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.

Glaubensbekenntnis
Wir sprechen gemeinsam Worte aus alter Tradition, die viele Christen miteinander verbinden: das Apostolische Glaubensbekenntnis.

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.

Lied der Woche
Wir singen das Lied der Woche.

Predigtlesung

Predigtgebet
Herr, gib mir Deinen Geist, dass ich nicht sterbe, sondern lebe und Deine Werke verkündige.    
Amen. 

Predigt
Liebe Gemeinde,

stellen Sie sich vor, beim Kramerfeicht  bei uns in Berg – dem Fischladen – kommt Jesus vorbei.

Was haben wir denn sonst noch für Fischgeschäfte in Berg? Dechant aus Starnberg, was noch?

Jedenfalls isst Jesus einen Saibling und geht dann in die Kirche nebenan, predigt und lehrt. Dort hört ihn eine junge Frau und beschließt ihm zu folgen. So oder so ähnlich könnte es gewesen sein. Damals in Magdala vor 2000 Jahren. Allerdings gab es dort am See Genezareth mindestens fünf Fischgeschäfte, nicht nur zwei (eines) wie bei uns in Berg (in Seeshaupt). Die hat man ausgegraben. Der Ort war berühmt für eingesalzenen Fisch. So eine Art frühe Konserve. Die Magdalener verkauften den Fisch en-gros direkt an der Via Maris, der Haupthandelsroute im Mittleren Osten – und wurden reich davon. In jedem Haus gab es ein Tauchbad, eine Mikwe, wie sie fromme Juden damals wie heute für die rituelle Reinigung benötigen. Die Synagoge mit einem kostbaren Altar aus der Zeit Jesu ist auch ausgegraben worden. Jesus hat sehr wahrscheinlich dort gelehrt. Die Häuser waren teuer aus Stein gebaut und hatten ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, das direkt aus dem See gespeist wurde. Man schließt daraus, daß viele der Familien dort sehr wohlhabende und fromme Juden waren. Sogar der Anführer der Aufständischen gegen die Römer hatte seinen Sitz in Magdala. Die Rebellen versteckten sich vor König Herodes und den Römern immer wieder dort. In so eine reiche, religiöse und rabiate Familie aus Magdala wurde vielleicht auch unsere Maria hineingeboren. Sie wurde später nur noch die Maria aus Magdala genannt – die Magdalenerin – die Magdalena. Vielleicht ein „Nom de guerre“ – ein Kampfname. Sie kommt immerhin aus dem Zentrum der jüdischen Widerstandskäpfer – 67 nach Christus wurde alles von den Römern vollständig zerstört. Dieser Aspekt ihres Namens scheint mir noch wichtiger zu sein, als dass sie unverheiratet war.

Wenn jemand zu Jesu Zeiten sagte, er komme aus Magdala, dachte der andere bestimmt zuerst an die Höhlen im sogenannten Taubental dort, wo sich die verfolgten Freischärler versteckten.
 
Ich habe ein Foto gesehen, da sind unzählige Stollen in einer Felswand. Es sieht aus, wie in einem Taubenschlag.

In dieses Widerstands-Nest wagt sich Jesus und lehrt vom „Reich Gottes“ und „Liebet Eure Feinde!“! Die Verkehrung der Welt! Gefährlich von zwei Seiten. Sowohl die Radikalen als auch die Herrschenden sind gegen seine Botschaft. Jesus riskierte schon damals sein Leben, sei es durch den Haß der Verfolgten, sei es durch die Angst der Mächtigen. Das gleiche gilt für seine Bewunderer.

Magdalena zieht jedenfalls mit ihm umher, unterstützt ihn finanziell und die anderen Jünger „mit ihrer Habe“ und hört seine Predigten. In der Schrift taucht sie erst wieder beim Kreuz auf – erstaunlich mutig für eine Frau so nahe bei dem Verurteilten während sich die anderen Jünger in Todesangst verstecken. Eine Frau beim Kreuz als Zielscheibe für Spott und Hohn - für so viele Schaulustige. Wahrscheinlich war sie doch etwas weiter weg und sah nur von Ferne zu - aber trotzdem!

Wenig später am Ostermorgen hat sie eine persönliche Begegnung, die uns heute noch unbedingt angeht. Sie sieht und erkennt den lebenden Christus, spricht mit ihm und verkündet seine Auferstehung – als erste!

Was sich damals zugetragen hat, ist heute noch modern.

Sieben Geister hatten sie gequält – das heißt sie war stark von einer dämonischen Krankheit gefesselt – sieben Mal nicht sie selbst.
Heute würde man das wahrscheinlich als Depression bezeichnen – davon wurde sie geheilt, die Magdalena. Befreit! Durch Jesus hat sie Kraft geschöpft. Hatte wieder Energie und folgte ihm und fühlte sich aufgenommen in den Kreis der Jünger.

Aber, einfach so von daheim „abhauen“!  Heute würde man sagen: Ein Fall für die Jugendfürsorge! Sie fühlt sich jedenfalls aufgenommen bei den Jüngern. In seiner Gemeinschaft. Sie hört ihn, sieht, wie er heilt. Sein Leben heilt ihr Leben. Sie nimmt an seinem Leben Teil. Sie ist Teil seiner Gemeinde. Sie ist ein Teil von ihm.

Bis zu diesem schrecklichen Tod als Schwerstverbrecher am Kreuz. Unbegreiflich für alle Jünger. Ab jetzt ist alles anders.
Am Ostermorgen – einem Sonntag - taucht Maria Magdalena dann wieder ziemlich unvermittelt beim Grab von Jesus auf. Wahrscheinlich wollte sie den Leichnam mit Salben einreiben und sich letztlich noch einmal verabschieden. Am Samstag durfte sie das nicht – Schabbat.

Werfen Sie doch jetzt mal einen Blick auf das Bild in ihrer Hand.
(Link zur Bildkarte unter
https://shop.gottesdienstinstitut.org/gottesdienst-an-ostern-2007.html)

Geheimnisvoll ist es für mich! Es ist ein zeitgenössisches Ölgemälde, von einem Künstler mit Namen Sieger Köder - einem Maler und gleichzeitig Pfarrer. Ja, sowas gibt’s. Er hat Kunst und Theologie studiert.

An Magdalena fällt mir gleich das rote Gewand auf und die langen Haare – typisch! Papst Gregor lässt grüßen!

Ihre rechte Hand stützt sich auf - an dem Grabstein mit der Aufschrift „Jesus Nazarenus“- Jesus von Nazaret.

Aber irgendwas stimmt nicht: das Licht! Es scheint von vorne. Sie hebt die Hand vor das Gesicht, erschrocken, geblendet, wie von einem hellen Scheinwerfer. Das Licht es scheint noch weiter – auch auf alle anderen Grabsteine. Sehen sie’s. Die sind gebrochen. Übrigens auf dem einen steht „Adam“ und auf dem anderen „Eva“ – in hebräischen Schriftzeichen. Ja, ein Maler mit Theologiestudium!

Auch die Friedhofsmauer ist in der Mitte durchbrochen. Dahinter bricht der neue Tag an. Blauer Lavendel mit intensivem Duft und rote Rosen brechen schon blühend hervor, noch bevor das Licht des Ostermorgens auf sie trifft.

.....

Hören wir dazu einige Worte aus der heiligen Schrift bei Johannes im  20. Kapitel. Ich gebe Ihnen zwischen den Zeilen noch ein paar Denkanstöße mit.

Der Ostermorgen
1 Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

All ihre Hoffnung ihn nochmal wiederzusehen ist dahin. Er ist weg. Wo sind meine enttäuschten Hoffnungen? Was hab ich mir in meinem Leben anders vorgestellt?

11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein.

Sie beugt sich ins Grab hinein. Stellt sich ihrem Schmerz. Lässt ihn zu. Weint. Ist außer sich.

12 und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. 13 Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

Die Engel sitzen genau da, wo Jesus gelegen hatte. Er ist weg - nicht mehr da. Wo er zuvor war ist –
Nichts. Gar nichts.

Wer sind die Engel in meinem Leben? Wer sagt mir die Wahrheit? Ungeschminkt. Mit wem kann ich darüber reden? Wem kann ich das sagen?

14 Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. 15 Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen.

Ist mir Jesus auch schon mal begegnet? Habe ich ihn gleich erkannt? Wem bin ich der Nächste?

16 Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!

Ein Gespräch aus nur zwei Worten: „Maria!“ und „Rabbuni“. Es sagt doch so viel.

Wörtlich steht da -
Mein Lehrer!“ - Meiner!

Wer ist mein Lehrer? Jesus kennt mich. Er ruft mich beim Namen. Seit der Taufe - bei meinem Namen. Wie bei „Maria!“ haben alle Christen eine Zusage in der Taufe erhalten: „Fürchte Dich nicht, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!“

Ich weiß, er kennt mich, mein Lehrer! Er ist für mich da.

Stellen Sie sich jetzt mal vor, er sieht Sie an. Das ist der Augenblick auf dem Ölgemälde! Er spricht zu Ihnen. Jetzt.

17 Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.

„Halte mich nicht auf!“ sagt er zu mir. „Lass mich zu! Wenn Du mich zurückhältst, kannst du viel falsch machen! Sags weiter! Erzähle es den anderen, meinen Brüdern und Schwestern!“

18 Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe.

Gott, noch bevor wir zu dir kommen, bist du schon da.

Ja, Gott du bist schon da, denn wir können gar nicht auf Ewig von dir getrennt sein. Aber wir können meinen, du seist weit weg - ewig weit. Welten entfernt.

So meint auch Magdalena, als sie das leere Grab sieht. Ein Schock! Alles leer! Alles sinnlos! Aber, noch bevor sie sich umwendet, ist er schon da. Gott ist die Kraft, die den Tod überwindet. Ständig. Hier und jetzt. Gott ist das Leben – auch im Tod.

Das Leben! Alles andere hat keine Chance. Jesus ist der Überwinder! Der Überwinder von Gesetz, Sünde und Tod – er führt ins wahre Leben, jetzt und dann.

„Sage meinen Brüdern, ich lebe!“ ist sein Auftrag an mich.

- und er kennt mich. Er ist mein Bruder. Diese Erkenntnis gibt mir den Mut wieder ich selbst zu sein - gerade in der größten Not. Den Mut zum Handeln. Den Mut zum Wei-tersagen. Den Mut zum „neu“ sein. Neu! Frisch wie der Ostermorgen!

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“, wie es in der Jahreslosung heißt.

Glauben ist ein Vertrauen
aus meiner eigenen Beziehung mit Gott heraus. Ein Vertrauen ein Teil von Ihm zu sein und ein Vertrauen als Ich selbst ihm zu begegnen.
 
In der persönlichen Beziehung zu Gott erreicht der Mut des Menschen den höchsten Gipfel.

Der Mut zum Leben.

Der Mut zum Lieben.

Der Mut zum Sein.

Ein Vertrauen aus einer persönlichen Beziehung

– wie damals bei der

Maria aus Magdala. 
   
Amen.

Kanzelsegen
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.            
Amen.

Musik

Abkündigungen

Predigtlied

Gott der Vater steh uns bei (EG 138)

Fürbittengebet
Herr, gib uns Augen für die Menschen neben uns, für das, was sie freut und für das, was sie traurig macht, für das, was sie ha¬ben und für das, was sie in dieser Krisenzeit brauchen.

Herr, gib uns Augen für die Glücklichen neben uns. Bewahre uns vor Neid. Lasse uns mit ihnen fröhlich und dankbar sein.
 
Herr, gib uns Augen für die Mittellosen neben uns, dass wir den Blick nicht vor ihnen verschließen, son-dern dass wir sehen, wie wir jetzt unkompliziert helfen können und es auch jetzt tun – wann, wenn nicht jetzt?

Herr, gib uns Augen für die Ratlosen unter uns; dass wir mit ihnen nach neuen Wegen suchen, dass wir sie begleiten und helfen, in einer festen Bahn zu bleiben.

Herr, gib uns Augen für unsere Gemeinde, für alle, die hier leben. Lasse uns nicht betriebsblind werden und nicht gleichgültig nebenei¬nander her leben.

Herr, gib uns Augen für Dich; für das, was Du uns schenkst und was Du uns abverlangst, gerade jetzt. Lass uns bei Trost bleiben.

Stärke uns mit Mut, dass wir un¬ser Leben nach Deiner Verheißung ausrichten und unseren Alltag in Deinem Sinn leben:

Immer den Blick nach vorn gewandt.

Amen.

Herr Jesu Christ, mit deinen Worten beten wir zu dir das

Vaterunser
Vater unser im Himmel! Geheiligt werde Dein Name. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. 11 Unser tägliches Brot gib uns heute. 12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied

Chorvers

„Verleih uns Frieden gnädiglich“

Sendung und Segen

Geht in diesen Tag und in die neue Woche mit dem Segen Gottes:

Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch + Frieden.

Amen.

Musik zum Ausgang

Die Texte zum Gottesdienst mit Predigt können Sie hier auch als PDF herunterladen.

 

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