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17.05.2020 - Rogate - Virtueller Gottesdienst „Wer betet hier eigentlich?“

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Virtueller Gottesdienst mit Lektor Peter Schickel am 17.05.2020, Rogate,  10 Uhr
im leeren Katharina von Bora-Haus, Berg - "Wer betet hier eigentlich?"


[im Video (zum Miterleben im leeren Katharina von Bora-Haus) und Text (zum Lesen oder Runterladen)]


 

 

Liturgischer Gruß

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Amen.

Der Herr sei mit euch.
Und mit deinem Geist.

Betet – so heißt dieser Sonntag, lateinisch: Rogate. Beten ist etwas für Menschen, die über Grenzen gehen wollen, die sich nicht abfinden wollen, sondern weiter sehen: auf Gott und seine Güte. So heißt es im Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20)

Lied EG 336  : Danket, danket dem Herrn

Lasst uns beten.

Eingangsgebet

Treuer Gott,
was uns freut, was uns Kummer bereitet, du weißt es bevor wir es aussprechen.
Oft finden wir aber keine Zeit für dich,
weil anderes wichtiger erscheint.
Du aber gehst uns nach und suchst uns auf in unserer Unruhe.

Vor dir können wir still werden.

Stille

Gott, berühre uns mit dem Geheimnis deiner Gegenwart.
Amen.

Psalm 801.12

Leitvers:

Halleluja!
Der Geist des Herrn erfüllet den Erdkreis, Halleluja.
Und der das All umfaßt, kennt jede
Sprache.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Predigtlesung
Die Lesung für den heutigen Sonntag steht geschrieben bei Matthäus im 6. Kapitel. (Mt 6,5-15)

Vom Beten. Das Vaterunser

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte ma-chen.
8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.
9 Darum sollt ihr so beten:
Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute.
12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herr-lichkeit in Ewigkeit. Amen.]
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.
15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Predigtgebet:
Herr, gib mir Deinen Geist, dass ich nicht sterbe, sondern lebe und Deine Werke verkündige.    
Amen.

Predigt

Wie Moses vom Berg

Er strahlt über das ganze Gesicht als er endlich nach fünf einsamen Tagen die Treppe von seiner kleinen Kammer unter dem Dach herunter kommt. Seine Frau ist ganz verwundert. Später erzählt sie in einem Interview: Er hat ausgesehen „wie Moses, der vom Berg herunter steigt.“ In seiner Hand das fertige Konzept der Jazz-Suite „A Love Supreme“ – die höchste Liebe.

Darin hat er ein Gebet vertont, sein Gebet. Er nennt es Psalm. Mit dem Tenorsaxophon spielt er die Worte, die er sich zuvor aufgeschrieben und lange überlegt hat. Es ist ein Loblied auf Gott, ein moderner Psalm. „A Love Supreme“, der Höhepunkt des künstlerischen Lebens des Tenor Saxophonisten John Coltrane – sein Meisterwerk. Das war 1964. Eine Forschungsreise in die Welt der Töne und des Geistes wie es der Gründer des italienischen San Remo Jazz-Festivals später formulieren wird.

Lautmalerisches Wort
Trane, wie ihn seine Bewunderer nannten, verwendet die ersten drei Töne der Blues-Scala und wiederholt sie immer wieder in allen Tonarten. Irgendwann hört man den Namen heraus – „A Love Supreme“ – die höchste Liebe. Er singt mit dem Saxophon den Namen Gottes – in allen Tonarten – im ganzen Klangraum. Eine einfache Phrase in allen Tonarten die für ihn die gesamte Sprache der Musik ausschöpfen – vom Anfang bis zum Ende des Quintenzirkels.

[Singt und spielt die Phrase ein paar Mal auf dem Saxophon. Sie ergibt lautmalerisch die Worte „A Love Supreme“]

Sein Gebet in Worten ist auf der Rückseite der LP abgedruckt:

Die höchste LIEBE (Auszug)

Schau auf Gott.
Gott ist. Er war schon immer. Er wird immer sein. Er ist gnädig und barmherzig.

Es ist sehr wichtig, dass ich dich kenne.

Worte, Musik, Sprache, Menschen, Erinnerung, Gedanken, Angst und Gefühle –
Zeit, alles verwandt…
Alles von einem ... alles in einem.

Geheiligt werde dein Name.

Gedankenwellen, Hitzewellen, alle Schwingungen, alle Wege führen zu Gott.

Danke, Gott.

Sein Wege ...
Es ist so schön ...
Er ist gnädig.

Er ist barmherzig – Danke, Gott.

Schöpferische Kraft
Coltrane ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er wird für zwei Grammy Awards nominiert und zum Tenorsaxophonisten des Jahres gewählt. Die Platte verkauft sich millionenfach und wird vergoldet. Sie prägt über Generationen hinweg die zeitgenössische Musik und Coltrane steht in der Ruhmeshalle des Jazz lange Zeit auf Platz eins.

Dabei hat alles ganz anders angefangen, denn Coltrane hatte Probleme. Schwere Probleme – Drogenprobleme.
Jetzt sind sie überwunden. Das war hart. Jetzt  kann er Gott danken für die Kraft seiner Umkehr. Kraft hat er wieder mehr als genug. In der Schrift wird die Schöpferkraft Gottes oftmals als Wind dargestellt, oder als Hauch, als Atem. Er atmet auf, arbeitet an dem Ansatz seines Holzblasinstruments und ist dankbar. Er übt zwölf bis zwanzig Stunden am Tag, denn er weiß plötzlich, dass alle Wege zu Gott führen. „Kein Weg ist leicht aber alle führen zu Gott“, sagt er einmal. In seinem Leben und in der Musik. Beim Komponieren beginnt und endet er immer mit dem gleichen Ton – oder zumindest in der gleichen Tonart. So ist es auch mit dem Leben. Kein Mensch fängt sein Leben selbst an. Gott beginnt alle Wege und alle Wege führen wieder zurück zu Gott. Seine Wege. Gottes Wege. Da fällt mir eine Zeile aus dem Vater Unser dazu ein: „Dein Wille geschehe“. Und ja, da ist auch noch eine weitere Ähnlichkeit in beiden Gebeten: „Geheiligt werde Dein Name.“

Persönliche Beziehung
Im Vater Unser lädt uns Jesus ein, Gott als Vater anzusprechen. Jesus ist der Inbegriff einer persönlichen Beziehung zu Gott. So, wie er es uns vorgelebt hat. All das steckt im Vater Unser: Gott ist Vater, Herr, und wenn man an Jesus denkt, auch Sohn und Bruder für uns. Wenn man es mit anderen Menschen zusammen betet, dann ist das Ausdruck des gleichen Geistes, der die Menschen ergriffen hat – einer Gemeinschaft des Geistes. Zusammen können wir dann auch Fürbitte halten und für andere beten.

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“

Danke, Gott

Coltrane haucht in sein Saxophon die Worte: „Seine Wege ... Es ist so schön ... Er ist gnädig.  Er ist barmherzig –
Danke, Gott.“

Die Fähigkeit Dankbarkeit für sich zu erkennen und im eigenen Gebet auszudrücken geht von einem Größeren aus. Wenn der Mensch das erkennt, dann dankt es sich von allein.

Also, wenn Gott dabei ist, betet es sich von allein. Manchmal fühlte sich John Coltrane als könne er ein Lied in der Mitte beginnen und dann in alle Richtungen gleichzeitig spielen. So etwas ist dann kein Gespräch zwischen zwei Wesen mehr, sondern eine "Erhebung des Herzens" zu Gott. Keine profane Unterhaltung mit einem anderen Gesprächspartner.

Paulus schreibt zum Thema „Beten“ im Römerbrief sinngemäß, daß der Mensch gar nicht richtig beten kann, aber der göttliche Geist vertritt ihn - den Betenden - "mit unaussprechlichem Seufzen" (Röm 8, 26).

Nicht das Gebet erschafft das Wort, sondern das Wort erschafft das Gebet. Die Gegenwart Gottes kommt beim Beten zuerst. God first!
Alles andere ist Plappern. Gebet ist keine Magie. Gott antwortet in freier Entscheidung. Gott bleibt frei. Man kann ihn nicht überreden. Aber er kann gegenwärt sein. Er kann dabei sein.

Versucht Gott nicht zu überreden, wie einen Menschen, will uns Jesus sagen. Haltet keine gedrechselten Reden, wie bei einer politischen Veranstaltung oder mit einem Geschäftspartner.

„6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.“

In seinem Gebet formt Coltrane Töne aus Worten und Worte aus Tönen und sagt es niemanden – keinem Menschen. Nicht mal den anderen Musikern, die mit ihm an nur einem Tag das prägendste Jazz Album aller Zeiten aufnehmen. Er läßt lieber seine Musik sprechen. Durch Zufall wird erst später entdeckt, dass das Wort in seiner Musik gegenwärtig war.

Es ist sein persönlicher Lobgesang mit erhobenem Herzen – und er schweigt darüber.

Ein Jahr später, 1965, schreibt er ein weiteres Lied: „Dear Lord“ – lieber Gott. Eine Vollkadenz, alles in einem einzigen Tonraum. Alles in einem. Die Übergänge nutzen wieder den Quintenzirkel. Es beginnt in E-Dur und kehrt wieder nach E-Dur zurück. Dazwischen: reinstes Gebet. Der Ton schwingt sich in höchste Höhen auf – wie ein Adler, der immer höher steigt und vom Windhauch getragen wird – vom Atem – vom Geist.

Lasst uns beten.

[Spielt auf dem Tenorsaxophon „Dear Lord“ von John Coltrane]

Amen.

Kanzelsegen:
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.    
Amen.

Predigtlied KAA 032 - Du bist mein Zufluchtsort. …
Ich bin stark in der Kraft des Herrn.

Herr Jesu Christ, mit deinen Worten beten wir zu dir. Sprechen sie ruhig mit.

Vaterunser
Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde Dein Name.
10 Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute. 12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Lied EG 337  - Lobet und preiset, ihr Völker den Herrn

Lasst uns Fürbitte halten.

Fürbittengebet
Herr, unser Gott,
du Anfang unserer Geschichte, du Ziel unserer Wege, wir bitten dich für alle, die du berufen hast, deinem Sohn nachzufolgen:

Hilf den Kirchen unter den Kontakt-Einschränkungen in dieser Zeit, trotzdem lebendige Gemeinschaften zu sein, in denen du selbst zu Wort kommst. Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich: Falle denen in den Arm, die Menschen Gewalt antun. Gib Frauen und Männern, Mädchen und Jungen gehörigen Mut, für das Recht einzutreten und selbst Verantwortung zu übernehmen. Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich für uns selbst. Öffne uns für deine Gegenwart. Schenke uns auch in dunklen Stunden den Glauben an deine Verheißung, die du uns durch deinen Sohn Jesus Christus gegeben hast. Wir rufen zu dir:

Herr, erbarme dich.

Herr, nimm dich unser gnädig an. Rette und erhalte uns. Dir allein gebührt Ehre und Anbetung, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und immerdar.

Amen.

Sendung und Segen

Geht in diesen Sonntag und die neue Woche mit dem Segen des Herrn:

Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch + Frieden.

Amen.

 

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