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21.07.2019 - Openair Familiengottesdienst

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Familiengottesdienst am 21.7.2019, 10.00 Uhr, anschließend Imbiss

                „VOLLER RUCKSACK“

Predigt von Pfarrer Johannes Habdank

Liebe Gemeinde,

in der Bibel steht ein Vers – gut, das stehen viele Verse, die Bibel hat etwas über 31.000 Verse.

Der, den ich meine, lautet:  Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Zum biblischen Zusammenhang: Der Vers steht im 31. Psalm, es ist der Vers 9, in einem Kontext, der sehr viel von Feindseligkeit, Gefahr im Verzug, Bedrohung und Not redet. Da klingt dieser Vers „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ wie ein dankbarer Aufschrei der Befreiung von alledem und wie ein Bekenntnis zur Freiheit von Bedrückung und Belastung. Und diese Befreiung wird als gottgegeben erlebt:

Du stellst meine Füße auf weiten Raum, heißt es. Du! Damit ist Gott selbst gemeint, das eine große Du, dem die Menschen zu biblischen Zeiten und auch wir heute noch im Leben, im Glück, in der Not, endgültig im Sterben, da unausweichlich, immer insgeheim gegenüber stehen. Dem, mit dem wir es immer, ob wir es merken oder nicht, wahrhaben wollen oder nicht, wissen oder wissen wollen oder nicht, zu tun haben.  -  Oder etwa nicht?

Gott stellt unsere Füße auf weiten Raum, auf weiteren Raum, als es je ein Mensch tun würde oder könnte. Das gilt gerade auch für den Alltag, in besonderer Weise, wenn es jetzt in die Ferien, in den Urlaub geht - und damit zu unserem Thema.

Viele Freiheitsphantasien und Wünsche verbinden sich im Vorfeld mit den Ferien, mit dem Urlaub. Freiheit vom sonstigen Alltagsleben. Im Urlaub: da kann ich endlich mal ausschlafen, da bin ich weit weg von allem zu Hause, da kann ich viel besichtigen, was mich interessiert, oder einfach nur mal „die Seele baumeln lassen“, ganz frei das tun, wozu ich Lust habe und wozu ich sonst nicht komme, einfach in der Sonne am Meer liegen, am Strand Burgen bauen, Papa macht natürlich mit und lässt sich im Sand vergraben, darf dann ein Eis schlecken – like ice in the sunshine!, so wie es die Werbung für´s Familienglück vorsieht. Mama geht shoppen oder liest was oder telefoniert – die Reihe ist beliebig fortsetzbar! Die Erwartungen an den Urlaub sind schön und viele, aber nicht wirklich immer schön viele, wenn sie sich nämlich gegenseitig in die Quere kommen, nicht recht zusammenpassen: wieso muss ich heute schon wieder aufstehen, nur weil die Kleine schreit, kannst Du das nicht mal machen oder die anderen; ich mag aber gar nicht ins Museum, ich will nur Eis essen, ich will meine Ruhe haben, Ruhääh!

Je mehr wir uns alle, jeder von uns, wünschen und vorgenommen haben und erwarten von den Ferien - das gilt auch für die, die in den Ferien mal zu Hause bleiben - , desto mehr ist der Urlaub in der Vorstellung schon vorher zugepackt. Der Rucksack an Erwartungen und Wünschen ist übervoll und völlig überfrachtet, eigentlich passt das alles gar nicht rein. Und wehe, eine Sache klappt nicht so, wie ich das mir vorgestellt habe!

Zum Beispiel: die Besichtigung des Amphitheaters, wenn da aus dem Führer vorgelesen wird, dann hat Euch Kinder das zu interessieren, zuhören gefälligst! Gut, dann gibt´s eben kein Eis hinterher!

Anderes Thema:
Man soll nicht meinen, dass man mit dem Urlaub alle seine Beziehungsprobleme oder andere Probleme zu Hause lösen kann. Wer das meint, der wird merken, dass es, wenn er wieder zuhause ist, dasselbe ist wie vorher. Ja, wenn der Urlaub, die Ferien auf diese Weise zur Belastungsprobe werden, weil alle alles von ihm erwarten und wollen, und zwar ihr eigenes Alles, dann wird es wahrscheinlich für alle nichts werden oder zu wenig, warum? Die vielen symbolischen Inhalte des übervollen Rucksacks blockieren sich gegenseitig. Weil jeder zu wenig Rücksicht genommen hat auf die anderen und ihre Erwartungen, weil sie sich selbst zu wenig zurücknehmen und du zum Beispiel nicht sagst: o.k., heute machen wir Deins, morgen Meins, dann hat wenigstens jeder einmal das, was er haben will – besser als gar nichts – und es könnte ja auch mal sein, dass man bei dem des anderen nicht nur widerwillig mitmacht, sondern sich überraschen lässt von dem, was da kommt. Die eigenen Bedürfnisse auch mal zurückstellen, offen sein für Neues und Toleranz, was ja heißt: ertragen, nicht nur dulden, sondern auch als berechtigt und interessant mitansehen wie aus der Sicht des anderen – so verwirklicht sich Nächstenliebe im gemeinsamen Urlaub heute. Nicht mehr und nicht weniger.  Also: wenn sich jeder etwas zurücknimmt zugunsten der Gemeinschaft, haben alle mehr davon. Das ist unser Tipp vom Familiengottesteam für euch, für Sie - der 1. Tipp.

Der 2. Tipp für die Ferien, die jetzt bald beginnen, heißt: von vornherein nicht zu viel in den Rucksack packen oder Wünsche und Erwartungen hineinstecken, am besten einfach losfahren und sehen, was kommt, was man wann machen wird und worauf man sich einigen wird von Tag zu Tag. Das ist Tipp 2.

Dazu braucht es aber noch etwas ganz Grundsätzliches, und das ist eigentlich der entscheidende 3. Tipp: Die Spielregel heißt: „Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden!“ Das ist auch sonst im Leben so. Wenn jemand nicht sagt, was er will oder erwartet, dann können es die anderen auch nicht merken oder wissen, oder sollen sie es riechen? Wer nicht vorher sagt, was er will und erwartet, der kann eigentlich nur unglücklich oder sauer werden, weil ziemlich wahrscheinlich ist, dass seine Wünsche nicht erfüllt werden.

Das ist wie bei dem, was Jesus in der Bergpredigt gesagt hat: Bittet, so wird euch gegeben. Bittet heißt es zuerst, denn: Du kannst nicht erwarten, dass dir etwas gegeben wird, wenn du deinen Wunsch nicht geäußert hast, nicht darum gebeten hast. Du musst es sagen, und zwar vorher, und nicht erst hinterher dann schmollen oder beleidigt sein, wenn du das nicht kriegst, was du haben wolltest. Es wusste doch keiner! Und selbst wenn du es gesagt hast, ist immer noch offen, ob du es kriegst.

Es ist eben im Leben nicht so, wie es bei einer Mediamarkt-Werbung einmal geheißen hat: „Wer will, der kriegt! Jederzeit. Klappt  jedes Mal!“

Nein, Du musst sagen, was du willst, reden miteinander, sprechen!

Reden, sagen, sprechen kann freilich auch oft ohne Worte passieren, Gesten und Mimik sagen manchmal sogar mehr, aber auch nicht immer eindeutig. Und umgekehrt: es gibt auch Worte, die nur vermeintlich mehrdeutig bzw. uneindeutig sind, weil sie nur indirekte Andeutungen sind, gleichwohl sehr klar: zwei Beispiele, ungefähr von vor 20 Jahren:

1.    Marie: „Papa, ich habe da jemanden mit einem Eis gesehen.“
2.    Jonas: „Ich habe da auch noch eine Schwester.“

Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Dass Sie, Ihr alle diese göttliche Freiheitszusage mit ihrem ganzen Potenzial verspürt und merkt, wie entlastend sie wirken kann und  gelassen und offen machen kann, nicht „erwartungsvoll und –übervoll“ den Rucksack packen, sondern frei und erwartungsfroh in die Ferien, den Urlaub gehen, das wünscht Ihnen und euch allen das Familien-gottesdienstteam – dazu Gottes reichen Segen, denn daran ist alles gelegen.

Amen.


Bilder vom Familiengottesdienst sind hier zu sehen.

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Telefon: 08151 - 50 494 oder
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