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29.8.2021 - Gottesdienst am 13. Sonntag nach Trinitatis

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 "Wie im Himmel, so auf Erden"

 Gottesdienst 13. Sonntag nach Trinitatis,

29. August 2021, 10.00 Uhr,
im Katharina von Bora - Haus
Lektor Peter Schickel

 

Predigtgebet:

Herr, gib mir Deinen Geist, dass ich nicht sterbe, sondern lebe und Deine Werke verkündige.

Amen.


Predigt

Predigt über Off 21,1-5a

I

Schön haben wir es hier in Berg. Wenn die Sonne scheint, spiegeln sich die Wolken im glatten See, die blauen Berge ringsum, viel Grün in der Umgebung. Ein Meer von Freizeitaktivitäten steht zur Verfügung – Segeln, Bergsteigen, Radfahren. Da will man kaum noch weg in den Urlaub! Schön, dass Sie heute da sind.

Praktisch ist es natürlich auch bei uns. Man kann gut einkaufen hier. Das erhöht die Lebensqualität. Ach ja, im Landkreis Starnberg ist die Kaufkraft am stärksten in ganz Deutschland – diesen Titel gewinnen wir jedes Jahr. Wir scheinen fast ein Abonnement darauf zu haben. Manche sagen, wir leben hier am Starnberger See auf der Insel der Se(e)ligen (mit zwei „e“ ). Und wir müssen auch gesund leben hier, denn Ärzte gibt es bei uns wie Sand am Meer. Starnberg hat die größte Ärztedichte aller Städte auf der ganzen Welt außer in New York.

New York. Dort in New York gibt es sogar noch mehr Kaufkraft als bei uns – und viele Wolkenkratzer. Dort sind die Türme so hoch, dass Sie an die Wolken heranreichen und ein Loch in den Himmel schlagen wollen. Also, da könnte man auch wohnen im 52. Stockwerk mit Aussicht auf die anderen – die anderen Wolkenkratzer, meine ich! Zur Zeit sind die Mieten um zwei Drittel gefallen. Das wär mir aber immer noch zu teuer. Ihnen auch?

Wie wärs dann sobald es wieder geht mit einem Städtetrip nach New York - mit einem Incentive Gutschein von Ihrem Chef vielleicht! Zum Beispiel mit Unterkunft im Waldorf Astoria Hotel, Kost und Logie frei für zwei Tage, inklusive Besichtigung des MoMA (des Metropolitan Museum of Modern Art) und der Freiheitsstatue. Aber bitte noch vor 7:30 Uhr morgens wieder aus-checken, sonst müssen wir ihnen den ganzen nächsten Tag berechnen in der teuersten Stadt der Welt.

Kürzlich hat ein New Yorker Milliardär vielleicht als Ausgleich für die urbane Hybris eine Insel mitten in den Hudson River vor New York gebaut. Sogar mit Bäumen darauf! Sozusagen die teuerste Parklandschaft der Welt. Irgendwie viereckig sieht sie aus. Sie steht ganz auf Stelzen aus Beton und scheint förmlich gerade aus dem Himmel zu kommen und auf dem Wasser zu landen. Ich habe Ihnen ein Bild am Eingang ausgelegt. Da können Sie nachher mal einen Blick darauf werfen. Am Abend, wenn diese schwebende Insel beleuchtet ist, zeichnen sich darin Straßen ab, wie aus Gold. Von einem Wolkenkratzer aus betrachtet wirken die Lichter der Insel beinahe vollkommen, wie funkelnde Edelsteine. …

Das wär vielleicht schon mal ein Erlebnis für mich. Das zu sehen. Kurzzeitig. Ein paar Tage vielleicht, aber nicht für immer. Nicht für die Ewigkeit. Die Ewigkeit hat andere Qualitäten.

Wissen Sie was: Ich kenne einen, der ist so etwas wie ein Immobilienmakler - aber im ganz großen Stil. Der verschenkt Wohnungen für die Ewigkeit. Ja, er und sein Vater. So wie es bei Jesaia steht (Jes 55,1) Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst. Vollkommen kostenlos! Aber seine Wohnungen sind noch viel kostbarer als in New York oder Berg oder den anderen sieben Sommerpredigt-Gemeinden zusammen genommen. So kostbar wie Sie es sich nicht einmal vorstellen können!

 

II

Ich lese vom Ende der Schrift, aus dem vorletzten Kapitel:

1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!

Ein gewisser Johannes hat da unter großem Druck ein Rundschreiben an sieben Gemeinden verfasst. Er wurde wahrscheinlich verfolgt, wegen seines Glaubens auf die Insel Pathmos vertrieben. Heute nennt man dieses Buch die Offenbarung des Johannes oder die Apokalypse. Das griechische Wort Apokalypse ist im Deutschen ein schillerndes Wort mit vielen Missverständnissen. Es kommt von Aufdecken, aus dem Dunkel ins Licht bringen, so dass man etwas besonders gut sieht. Hat also nichts mit einem Weltuntergang a la Hollywood zu tun, sondern im Gegenteil mit der Verheißung letztendlich, bei Gott zu sein in Ewigkeit – egal was kommt.

Diese Offenbarung ist eine ganze Gemäldegalerie voller Bilder, die aus der jüdischen Tradition entnommen sind. Ich erspare Ihnen den Mittelteil des Buches mit viel Kampfgetöse. Darin geht es immer wieder um Willkürherrschaft und das Recht des Stärkeren. Aber das wird überwunden – endgültig. Ich denke es kommt sowieso nur auf den Anfang und das Ende an. Das ist das A und O sozusagen. Alpha und Omega.

Gleich am Anfang im ersten Satz schreibt dieser Johannes von Pathmos:

(Off 1,1) Dies ist die Offenbarung Jesu Christi

Wir haben es also nicht mit der Offenbarung von irgendeinem Johannes von der Insel, sondern mit der Offenbarung des Christus, des Gesalbten, des Messias selbst zu tun! Es geht darin um die Frage wo Gott wohnt, denn alles, was lebt braucht Raum und Gott ist der Lebendige.

III


Die Frage wo Gott wohnt, beschäftigte die Menschen besonders in der Zeit, in der das neue Christentum aus den Synagogen vertrieben wurde.
Nach althergebrachter jüdischer Theologie wohnt Gott im Tempel auf dem Zionsberg in Jerusalem. Im Jahr 587 vor Christus wurde der Tempel jedoch völlig zerstört. Gottes Herrlichkeit erscheint aber nicht nur im Tempel, sondern auch im brennenden Dornbusch an einem hohen Berg und seine Herrlichkeit folgt seinem Volk ins Exil – genauso wie seine Herrlichkeit seinem Volk beim Auszug aus Ägypten den Weg in einer Feuersäule weist. Seine Bindung zum Volk Israel ist also stärker als die Ortswechsel der Menschen. Im rabbinischen Judentum ist er darüber hinaus auch in der Gemeinde in der Synagoge, beim Richterkollegium und bei den Lernenden anwesend.
In den Sprüchen der Väter heißt es Wenn zwei beisammen sitzen und sprechen von der Tora, so weilt die Wohnung Gottes unter ihnen (Av 3,3).
Jesus verheißt in Mt 18,20 Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. Er deutet damit die jüdische Tradition neu auf ihn selbst und füllt den neuen Wein seiner Offenbarung nicht mehr in alte, brüchige Schläuche (Mk 2,22). Die würden nämlich zerreißen, genauso wie der alte Tempel, den er in drei Tagen wieder neu errichten will (Joh 2,19-21). Der Ort in dem Gottes Gegenwart von nun an erfahren werden kann, ist nicht mehr aus Stein gemacht, wie der Tempel oder auf Papier geschrieben, wie die Schriftrollen.

Er selbst ist der Ort der Wohnung Gottes – Jesus, der Christus, der Menschensohn. An diesem Ort, mitten unter den Menschen hat Gott sein Zelt aufgeschlagen (2Mo 33,7–11), so dass alle seine Herrlichkeit sehen können. Sein Leib ist der neue Ort, wo Gott wohnt. (Joh 1,14)


IV

Von diesem Ort ausgehend, predigt Jesus das Kommen des Reiches Gottes, das mit ihm angefangen hat und wachsen wird wie ein großer Baum aus einem kleinen Senfkorn. Das Reich Gottes ist das Ende der Willkürherrschaft und der Beginn der barmherzigen Gerechtigkeit Gottes. Das Reich Gottes kostet nichts. Man kann es nicht kaufen, man bekommt es geschenkt. (Jes 55,1)

Und was kein Geschäftsmann jemals tun würde. Jesus tut es. Jesus wird zum wahren Immobilienmakler, der für jeden der an ihn glaubt eine Wohnung bei sich und seinem Vater im Reich Gottes verschenkt und damit das Ewige Leben. Was für eine Tat!

V

Jesus spricht:
Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. […] 3 Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin.

Was für eine Verheißung. Wir können darauf vertrauen, da zu sein wo Gott ist – trotz unserer Unzulänglichkeiten unserer Fehler und Schwächen. Trotz unserer Übertretungen. Trotz unserer Sünde.

Ganz am Ende in unserem Predigtwort, da spricht Gott zum ersten Mal direkt.

Siehe, ich mache alles neu!

Ich glaube, wegen diesem Satz wurde das ganze Buch geschrieben.

Siehe, ich mache alles neu!

Der wichtigste Satz überhaupt. Gott wird alles neu machen. Auch mich. Er verwirft mich nicht. Er erlöst mich durch seinen Sohn Jesus Christus und sein Heilshandeln am Kreuz und mit mir die ganze Welt.

Siehe, ich mache alles neu!

Und wir werden neu. Alle miteinander.
Das kann ich mir nur so vorstellen, dass dann auch alle Menschen untereinander versöhnt sein werden. Und zwar nicht nur versöhnt zwischen Gott und dem Einzelnen, sondern auch untereinander. Gott wird uns auch die Versöhnung untereinander schenken (2Kor 5,19f, Kol 1,15-20).

Das ist der neue Äon – die Versöhnung untereinander.


Ein neues Zeitalter bricht herein – wie im Himmel so auf Erden. Es hat schon angefangen. Jesus Christus ist der neue Tempel. Jesus ist die Quelle des Lebens. Jesus ist der Ort des Lebens. Jesus gibt uns das Neue Sein. Das neue Sein für uns alle. Das neue Sein der Versöhnung umsonst.

Auch Ihnen und mir.

Freuen wir uns darauf!

Amen.


Kanzelsegen:

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.

 

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