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31.05.2020 - Pfingstsonntag Gottesdienst "be-GEIST-erung"

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Mitschnitt vom Gottesdienst am Pfingssonntag, 31. Mai 2020, 10 Uhr
im Katharina von Bora-Haus
„be-GEIST-erung“ 

Kyrie / Gloria

In den zurückliegenden Monaten hat der Geist der Furcht, Angst und Sorgen unter uns und in der ganzen Welt viel Raum gewonnen. Das Leben und Zusammenle-ben ist für viele schwierig geworden. Die Infektionsraten wurden zu den wichtigsten Nachrichten. Und wir spüren die Sehnsucht nach Freiheit, Lebendigkeit, nach Ge-meinschaft und Normalität.

Wir bitten Gott: Zieh mit deinem Geist in unsere Herzen und Sinne ein, lass ihn als Geist der Weisheit und der Liebe, der Besonnenheit und Zuversicht in uns wirken. Wir rufen zu dir:
Kyrie eleison, Herr erbarme dich, Christus erbarme dich, Herr erbarm dich über uns.

Wenn wir zurückschauen haben wir aber auch viel Grund zum Danken. Viele sind durch umsichtige Regelungen vor Leid und Tod bewahrt worden. Das Leben kehrt in den öffentlichen Raum zurück, auch hier bei uns. Die Einschränkungen haben neue Ideen reifen lassen. Wir konnten und können spüren, dass Gottes Geist des Lebens am Wirken ist. Darauf vertrauen wir, danken und loben Gott:
Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlge-fallens.

Wir beten:
Guter Gott, du hast uns versprochen, zu allen Zeiten bei uns zu sein.
Hilf uns, auch angesichts der Flut an Nachrichten und Eindrücken, die auf uns einstürmen, zur Ruhe zu kommen und bei dir Halt zu finden.
Stärke und belebe uns mit deiner Geisteskraft. Amen

 

Ein Glaubensbekenntnis aus unserer Zeit:

Wir glauben an Gott,
den Ursprung von allem, was geschaffen ist,
die Quelle des Lebens, aus der alles fließt,
das Ziel der Schöpfung, die auf Erlösung hofft.
Wir glauben an Jesus Christus,
den Gesandten der Liebe Gottes, von Maria geboren.
Ein Mensch, der Kinder segnete,
Frauen und Männer bewegte,
Leben heilte und Grenzen überwand.
Er wurde gekreuzigt.
In seinem Tod hat Gott die Macht des Bösen
gebrochen und uns zur Liebe befreit.
Mitten unter uns ist Jesus Christus gegenwärtig
und ruft uns auf seinen Weg.
Wir glauben an Gottes Geist, Weisheit von Gott,
die wirkt, wo sie will.
Sie gibt Kraft zur Versöhnung und schenkt Hoffnung, die auch der Tod nicht zer-stört.
In der Gemeinschaft der Glaubenden
werden wir zu Schwestern und Brüdern,
die nach Gerechtigkeit suchen.
Wir erwarten Gottes Reich. Amen
(Erika Görke)

 

Predigt

Liebe Gemeinde!
Wieder ist ein großes Fest in Jerusalem, sieben Wochen nach den Passahfeierlich-keiten – Wochenfest heißt es bis heute. Schon damals, zur Zeit Jesu war aus dem ursprünglichen Erntefest ein Fest der Erinnerung an die großen Taten Gottes ge-worden – nach dem Passah mit dem Gedenken der Befreiung aus Ägypten nun die Erinnerung an den Bundesschluss Gottes mit seinem Volk, vermittelt durch Mose am Berg Sinai. Ein Bundesfest ist es, das Gründungsfest Israels. Aus vielen umlie-genden Ländern sind die Besucher und Pilger gekommen, aus ihren jüdischen Gemeinden der oft zerstreuten Diaspora in Kleinasien, zum Fest der Zusammenge-hörigkeit im Glauben, auch über die weiten Entfernungen hinweg, die sievom Zent-rum Jerusalem mit dem Tempel trennten.

Auch die Jüngerinnen und Jünger Jesu sind wieder da. Aber bei ihnen schieben sich andere Erinnerungen in den Vordergrund. Beim Anblick der Soldaten, die auf die Ordnung in der Stadt bedacht sind, tauchen wieder die Bilder von den letzten Tagen Jesu in dieser Stadt auf. Ja, sie haben sich in den Begegnungen mit dem Auferstandenen aus ihrer Trauer herausreißen lassen, haben seine segnenden und sendenden Worte noch im Ohr, die sie mit neuer Zuversicht erfüllt hatten.

„Ihr sollt meine Boten sein in alle Welt hinaus“ – das hat er ihnen aufgetragen.
Jetzt ist alle Welt hier, was für eine Gelegenheit. Aber ihnen fehlen der Mut, die Kraft, die Ideen, ein Konzept, mit dem sie die Aufgabe anpacken könnten.

Ich stelle mir vor, wie sie zurückgezogen in ihrem kleinen Grüppchen miteinander darüber reden, vielleicht auch Pläne schmieden und wieder verwerfen. „Ist das nicht eine Nummer zu groß für uns?“ fragen sie sich. Es fehlt ein zündender Funke,
das Zupackende. „Ach, wenn uns Jesus Christus mit seinem Auftrag auch die pas-senden Worte in den Mund legen könnte!“ Auch trotz ihrer Gemeinschaft fühlen sie sich ziemlich einsam und verlassen.

Wahrscheinlich kennen Sie das auch, das Suchen und Ringen nach dem besten Weg, eine Sache anzupacken, vielleicht auch das Ringen um verständliche Worte. Etwa auch, wenn uns jemand fragt, warum wir eigentlich Christen sind. Lieber nichts sagen, bevor es falsch ist oder von anderen als komisch empfunden wird. Damals war es die große Frage, wie man den Lehren eines Mannes folgen kann, der als Verbrecher wegen Gotteslästerung zum Tod verurteilt wurde. Heute ist es vielleicht die Frage, ob das ganze Gefüge des christlichen Glaubens nicht viel zu weltfremd, unergiebig, überflüssig geworden ist.

Doch dann geschieht dort in Jerusalem das Unglaubliche. Die Jesusfreunde erle-ben sich plötzlich mittendrin in einer wachsenden Menschentraube, mit Menschen, die neugierig und erwartungsvoll das Gespräch mit ihnen suchen. Sie reden und – es ist nicht zu fassen! – es kommt an, es wird verstanden! Die Christusboten spüren eine Kraft in sich, die sie vorher nicht kannten. Der Funke hat gezündet, ihre Be-denken, ihr zögerliches Abwägen der Chancen sind wie weggeblasen. Sie sind mit-tendrin in ihrem Fest, von dem sie vorher keine Ahnung hatten.

Am Abend eines sehr lang gewordenen Tages mit unglaublich vielen Eindrücken sitzen sie wieder beisammen und blicken zurück – aber jetzt nicht mehr auf die Ta-ge vor sieben Wochen, sondern auf diesen Tag. Was war es, das sie mitten unter die Leute gebracht hat, das ihre Zungen löste, das ihnen diese Kraft gegeben hat, diesen Antrieb, dieses voll und ganz mit allen Sinnen, mit Herz, Mund und Händen mittendrin zu sein in diesem Geschehen. Im staunenden Nachverfolgen ihrer Erin-nerungen wird ihnen eines klar: „Das war es, was der Auferstandene ihnen zuge-sprochen hatte: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein!“

Sind es nicht die befreiendsten Erlebnisse, wenn der „Knopf aufgeht“, wenn uns das Gegenüber zeigt, dass wir die richtigen Worte gefunden haben, wenn plötzlich die lange gesuchte Idee oder Einsicht da ist, wenn sie einem wie eine reife Frucht in den Schoß fällt? Wenn uns etwas ergreift und wir voll in ihm aufgehen dürfen.


Dann sind wir in unserem Fest angekommen und feiern mit all denen, mit denen wir unsere Erfahrungen teilen können.
Gottes Geist ist die schöpferische Kraft, die uns zur Mitarbeit am andauernden Schöpfungswerk Gottes, an der Erneuerung unserer Welt ermutigt und befähigt. Dieser Geist, diese Kraft wirkt auf allen Ebenen unserer menschlichen Tätigkeiten:
auf der großen Bühne der Politik, wenn endlich durch erreichten Konsens der Wurf gelingt – was wir etwa gerade jetzt bei den Verhandlungen zum Hilfspaket für die von Corona so sehr gebeutelten Länder verfolgen können. Diese schöpferische Kraft wirkt, wenn in Kunst und Musik, in Forschung und Wissenschaft neue, hilfrei-che Ideen wachsen – auch da können wir zur Zeit Etliches miterleben. Sie wirkt, wenn wir schlicht und einfach die richtigen Worte finden, die von Herzen kommen und zu Herzen gehen.
Und zu diesem Schöpfergeist gehört auch dazu, dass die staunende Antwort ein großes „Danke“ ist. Danke Gott, für das, was du uns durch unsere eigenen Fähig-keiten hindurch in unsere Hände gelegt, uns geschenkt hast. Und solches Danken verbindet sich auch mit dem Bitten: „Komm, Heiliger Geist, erfülle uns mit deiner Kraft, dass sie in uns zum Wirken kommen kann‘.

Ich stelle mir vor, die etwa ein halbes Jahrhundert nach den Ereignissen in Jerusa-lem der Evangelist Lukas an der Fortsetzung seines Evangeliums, seiner Apostel-geschichte sitzt. Auch er sucht nach den passenden Worten. Er sagt sich: Es muss damals mehr und viel außergewöhnlicher gewesen sein als Verstehen, zündender Funke, weggeblasene Bedenken. Es war ein Feuer, das in den Personen gebrannt hat; ein Verstehen, das alle Sprachbarrieren überwand; viel mehr als ein bloßes Lüftlein ein Sturm des Ergriffen-Werdens, der Erfüllt-Werdens mit Geist, die Be-GEIST-erung.

Das biblische Pfingstfest war ein einmaliges Ereignis. Wie ging es dann eigentlich weiter? Die Begeisterung wich bald neuen Sorgen, Herausforderungen und Ängs-ten. In der Jerusalemer Gemeinde kam es zu Spannungen und Streit; Stephanus wurde zu Tode gesteinigt; Etliche aus der Gemeinde wurden aus Jerusalem vertrie-ben. War Pfingsten nur ein Rausch, ein Strohfeuer? Für Lukas war dieses Glau-bensfest die Ouvertüre zu den folgenden Missionstätigkeiten, zu denen auch Ver-folgung und Lebensgefahr dazugehörten. Die pfingstliche Festmusik wurde zu ei-nem weiterwirkenden Klang auf dem Resonanzboden des großen Fests.

Ich denke an die Kirchentage, die großen Glaubensfeste, angefüllt mit begeistern-den Erfahrungen: im konzentrierten Zuhören und fröhlichen Mitsingen, in den vie-len Gesprächen, die sich zwanglos ergeben, in den Hallen genauso wie in der Straßenbahn; im Markt der Möglichkeiten, wo die Ideen sprudeln; in Werkstattveran-staltungen, welche die eigenen Gedanken zum Kreisen bringen, in den Foren, in denen die Gespräche mit kompetenten Vertretern neue Perspektiven eröffnen, in Gottesdiensten mit den Vielen, unter denen man sich keineswegs allein fühlen muss. Auch da geht es - meist völlig übermüdet, aber reich an Erfahrungen - nach den vier Tagen nach Hause zurück, in das Klein-Klein des Alltäglichen. Jetzt geht es auch da um die kleinen Münzen, um das Feuer, dessen Flamme gehütet werden will für die kleinen pfingstlichen Ereignisse. Wo erleben wir in unserem Lebensum-feld solche Übergänge vom Fest zum Alltag?

Martin Luther hat den Heiligen Geist einmal mit einem erfrischenden „fahrenden Platzregen“ verglichen. Man kann ihn nicht her zwingen, er bleibt immer Gottes Ge-schenk für uns. Und auch die zurückbleibenden schmalen Rinnsale gehören dazu: die guten Worte und Ideen, die Dankbarkeit und Freude für das, was auf den Weg gebracht wurde, die Zuversicht angesichts der Herausforderungen, die sich wie Felsen auftürmen, die Empfänglichkeit für das, was Gott uns immer wieder schen-ken wird, die Bereitschaft, uns von Gottes gutem Geist immer wieder „be-GEIST-ern“ zu lassen.

Amen


Noch eine kleine Anmerkung.

Vor etwa 55 Jahren, ich war damals Student für das Lehramt, hatte ich auch die ersten Unterrichtsversuche zu halten, darunter eine Re-ligionsstunde zur Pfingstgeschichte. An den Unterricht selbst erinnere ich mich nicht mehr, aber an die Worte der Katechetin: „Ich wünsche Ihnen viel Heiligen Geist“. Die kamen bei mir so an: Wie schlecht muss wohl die Stunde gewesen, sein? Im Rückblick aber frage ich mich: Hat sie vielleicht „auch Ihnen“ gesagt? Dann klingt es ganz anders, nämlich als ein Zeichen der gemeinsamen Verbun-denheit. So ist doch auch der Satz im Glaubensbekenntnis gemeint: „Wir glauben an den Heiligen Geist. Gemeinschaft der Heiligen“. Da sind keine religiösen Super-helden gemeint, sondern alle diejenigen, die sich verbunden fühlen in der Bitte um den Heiligen Geist: Komm Gott, Schöpfer, Heiliger Geist!

Gebet

Guter Gott, wir danken dir, dass du, der ferne, große Gott uns in Jesus Christus und dem Heiligen Geist so nahe gekommen bist, dass du in uns Wohnung nimmst und uns mit deinem Rat, deinem Trost und Schutz, deinen schöpferischen Kräften be-gleitest. Lass uns empfindsam sein und bleiben für dieses großes Geschenk an uns.
Wir beten für die Menschen, die in dieser Zeit mit gewaltigen Herausforderungen zurechtkommen müssen:

Wir hoffen auf dich, wir vertrauen der Gegenwart deines Geistes – auch all das was jeden einzelnen von uns beschäftigt und bewegt.

Amen

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