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Konfirmation 2019

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Konfirmationspredigt über die Kirche als Kommunikationsgemeinschaft
von Pfarrer Johannes Habdank am 11. Mai 2019 in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Aufkirchen

 

Liebe Festgemeinde, liebe „Evangelistenstreber“,

so heißt unsere WhatsApp-Gruppe, liebe Gemeinde, die diese Konfirmandengruppe als erste gegründet hat, ich „durfte“ dabei sein, so dass ich natürlich alles mitbekommen habe, was Ihr Euch schreibt – zumindest habt Ihr mich in diesem Glauben gelassen! Ich benütze dieses Teil, mein Smartphone, ansonsten nur wie ehedem meine alten Handys nur als Telefon, und nur und erstmals mit Euch zu WhatsApp-Kommunikationszwecken.

Entschuldigung!, bitte, liebe Festgemeinde - schon wieder ploppt eine Whatsapp auf ! Selbst in der Kirche noch - ah! Schon von gestern Abend, Evangelistenstreber-Chat! Hab ich wohl übersehen? Was gab´s denn da noch? So kurz vor der Konfirmation!? Was kann da noch gewesen sein?
„Hallo, wann ist die Konfirmation morgen?
Ich glaub um 10.
Ich glaub um 11.
Ich glaub auch: um 11, weil um 10 ist doch immer der normale Gottesdienst in der Kirche.
Welche Kirche? Wir haben doch nur ein Gemeindehaus!
Das ist doch unsere Kirche!
Es muss um 11 sein.
Ich glaub auch.
Ich auch.
Wahrscheinlich ist es in Aufkirchen. Weil Farchach war vorhin.
Ist die Konfirmation in Aufkirchen jetzt um 10 oder um 11?
Kann mal jemand sagen, der´s weiß, wann was alles wo ist?
Hat der Habdank doch schon alles längst tausendmal gesagt!
Was?
Eure Konfirmation ist am Samstag, 11. Mai 2019, um 11 Uhr in Aufkirchen, wir treffen uns eine Viertelstunde vorher hinten unter der Empore und stellen uns da auf zum feierlichen Einzug.
Wann ist das?
Also ich glaube dann auch eher um 11! Das mit dem 10 waren doch nur die normalen Gottesdienste, wo wir immer hingehen mussten.
Ist eigentlich die Konfirmation Pflicht, gibt´s keinen Punkt dafür, oder?
Ich glaub auch.
Ja. Ich auch. Kein Punkt.
Sollen da die Eltern auch mitkommen?
Alle sind eingeladen zur Konfirmation. Und es wäre gut, wenn Ihr auch mal wirklich alle da wärt, wenigstens einmal im Jahr: alle!
Darf meine Oma auch mit?
Na klar, das ist die Konfirmation! Und alle Älteren erinnern sich dabei selber an ihre eigene Konfirmation, wie eure Eltern auch, falls sie mal konfirmiert wurden. Sie wollen Euch alle feiern!
Ah! Stimmt!
Ja stimmt …
Es ist ja auch ein besonderes Fest!
Ja, stimmt.
Glaub ich auch, oder?
Hallo Leute, der Habdank hat gesagt, dass man aufpassen soll, dass man beim Niederknien keine neuen Schuhe anhat, wo ein großes leuchtendes Billig-Preisschild an der Sohle ist, das dann alle sehen!
Hat er? War ich nicht da.
Weil sonst alle lachen.
Ja, stimmt, hat gesagt.
Lustig! Hihi!
Hat gesagt.
Hat er echt gesagt? Der redet so viel, kann ich mir nicht merken alles
Pass auf, was Du schreibst! Der Habdank kann alles mitlesen!
Darf meine Oma auch mit?
Ist doch klar, alle!
Wer?
Das weiß doch ich nicht, wen Du einlädst!
Bei mir ist nur Familie!
Wir sind auch irgendwo, weiß nicht genau.
Bei uns isses zu Hause am Schönsten! -
Isses jetzt um 10 oder um 11? -
Um 11, bitte eine Viertelstunde vorher kommen, zur Aufstellung für den feierlichen Einzug, wie geprobt am Mittwochabend.
Er hat mal gesagt, dass die Mädchen aufpassen sollen, wenn wir da vorne in dem Talarraum sitzen, dass uns keiner unter den Rock schauen kann. Weiß das jemand?
Ja, stimmt, danke!
Das heißt doch „Altarraum“, weiß das jemand?
Ja stimmt – weiß es aber nicht mehr so genau.
Isses jetzt um 10 oder um 11?
Liebe Leute, damit ist mein Fake vom Chat gestern Abend, den es so nie gab, beendet:
Jetzt isses so weit! Eure Konfirmation ist da! Und ihr seid auch da, alle, wie schön!

 
Liebe Festgemeinde,

so steht es heute, zumindest auch, um die Kirche als „Kommunikations-gemeinschaft“!
„Kommunikationsgemeinschaft“, so hat ein gewisser Friedrich Schleiermacher, der berühmteste und beste protestantische Theologe, Philosoph, Pädagoge und Prediger seit Martin Luther die Kirche einmal genannt. „Kommunikationsgemeinschaft“. Schon vor über 200 Jahren hat er das gesagt, immer noch top-aktuell! Ohne dass er natürlich von der heutigen Hochgeschwindigkeits-Kommunikations- und Digitalisierungswelt etwas kennen, ja, noch nicht einmal ahnen konnte, da war ja noch nicht mal die Industrialisierung im Gange!
Kirche als Kommunikationsgemeinschaft und offene Gesellschaft! So habe ich Euch die Kirche und unsere Gemeinde, auch nahezulegen versucht, und Ihr habt da auch immer öfter mit Euren Beiträgen und Eurem Engagement mitgemacht und in unserem Kreis dazu beigetragen!
Kirche als Kommunikationsgemeinschaft, wo man miteinander redet, sich über verschiedene ethische und religiöse Inhalte des Lebens verständigt und Gedanken macht: was könnte denn für mich da stimmen? Und wo man auch gerne und herzlich miteinander lacht und was erlebt, gemeinsam auch betet und singt! Auf den Freizeiten etwa! Fand ich ziemlich toll, Ihr auch, oder?
Was ist eigentlich diese Kirche? Kann man sich jeden Tag fragen, haben wir uns auch gefragt, miteinander beredet.
Schon im Neuen Testament gibt´s ja verschiedene Vorstellungen, haben wir besprochen an dem Freizeitwochenende, wo es um Sekten ging, Scientology und Zeugen Jehovas und andere, und dann über das Kirchenverständnis. Das deutsche Wort „Kirche“ geht zurück auf den „Kyrios“ (griechisch: der Herr), und bedeutet die Versammlung im Haus des Herrn, die am Tag des Herrn zusammenkommt. Heute ist so ein Tag, ein besonderer Tag! Heute ist also Kirche par Excellence!  
Die wichtigsten Vorstellungen von „Kirche“ im Neuen Testament sind

Ihr fandet ganz überwiegend gut die Vorstellungen von der Kirche als „Familie Gottes“, als „Gemeinschaft der Getauften“, alles andere war  umstritten, „Freundeskreis Jesu“, das ging auch noch. Das ist übrigens meine Lieblingsidee von der Kirche: Leute, die mit dem, was Jesus gesagt und getan hat, etwas anfangen können, jeder so, wie ihm Jesus imponiert. So soll es auch heute noch sein! Kirche als offene Gesell schaft, an Jesus Christus offen und aktuell weiterführend orientiert, so gut es geht und angebracht ist. Und so machen wir es ja auch in unserer Kirchengemeinde in Berg.
Martin Luther hat unterschieden zwischen der sichtbaren Kirche, an der man wie an jedem anderen Unternehmen, das etwa seine Konstruktions-  und Abgaswerte fälscht, entsprechend seine Kritik üben kann – also: Luther hat zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Kirche unterschieden, zwischen der „Gemeinschaft der Gläubigen“ einerseits, die insgeheim verbunden sind in der Idee und im Glauben an Jesus, hier und weltweit, und der sichtbaren Institution Kirche, also bei uns der Landeskirche oder der Gemeindeorganisation vor Ort. Auf die „unsichtbare Kirche“ kommt es wesentlich an: alle, die irgendwie spüren, dass Gott JA zu ihnen sagt: wenn es dir gut geht, aber auch wenn es dir mal schlecht geht. Da ist Gott bei dir. Und das spüren und wollen oder können die einen Menschen mehr, andere weniger, je nachdem, wie es ihnen gerade geht.
Man kann auch (mit besagtem Schleiermacher) sagen: es gibt zwei Kreise der christlichen Kirche, ob evangelisch oder katholisch, das ist da egal: einen inneren Kreis, der vielleicht etwas mehr glaubt so, wie es die christliche Tradition sieht, und einem äußeren Kreis, meist moderner gesinnten Menschen, wie wir, ihr und ich es sind, wo die Leute kritischer sind, aber sich dem Christentum und Jesus dennoch verbunden fühlen und der Sache Jesu verbunden sind und bleiben. Wozu Du gehören willst, zum inneren Kreis oder zum äußeren, das ist Deine eigene, ganz persönliche Entscheidung. Das musst Du selber im Gespür haben. Und damit spreche ich nicht nur die Konfirmanden an, sondern alle, die Sie heute da sind! Hauptsache, du bist, näher oder weiter, verbunden, mit der Kirche im Sine von Jesu christlichem Geist!
Tatsache ist, dass sich das im Leben auch immer wieder ändert: das Leben ändert sich, der Glaube auch im Verlauf des Lebens. Und damit auch dein Verhältnis zur Kirche.
Und weil das alles immer wieder so anders ist oder werden kann, widme ich Euch, liebe Konfirmanden, und Ihnen allen, liebe Festgemeinde, anlässlich der Konfirmation einen Spruch von Martin Luther über den Glauben und das Leben - die Worte bekommen alle von mir zugesagt, jedes Jahr anlässlich der Konfirmation:


„Das christliche Leben ist nicht Frommsein, sondern Frommwerden,
nicht Gesundsein, sondern Gesundwerden,
nicht Sein, sondern Werden,
nicht Ruhe, sondern Übung.
Wir sind´s noch nicht, wir werden´s aber.
Es ist noch nicht getan und geschehen, es ist aber im Gang und Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles, es bessert sich aber alles.“

Das wollen wir hoffen! Auf diese Hoffnung hin sollt ihr gesegnet werden in Eurer Konfirmation heute.  

Amen.    

Und der Herr sei mit eurem Geiste. Amen.


 

 

Grußwort von Florian Gehlen (Vertrauensmann des Kirchenvorstands)

Liebe Eltern,

heute wende ich mich zuerst an Sie: Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie Ihren Kindern das Fest der Konfirmation möglich gemacht haben. Denn bei aller persönlicher Ent-scheidung Ihrer Kinder, und das unterscheidet ja die Konfirmation von der Taufe, die in der Regel von den Eltern entschieden wird, also bei aller persönlicher Entscheidung funktioniert auch die Konfirmation ohne die Eltern nur bedingt: Sei es bei der – wie heißt es heutzutage – „Synchronisation“ der konfirmandlichen und familiären Termine, bei notwendigen Fahr-diensten oder natürlich bei der Organisation und Finanzierung des Festes. Da haben Sie ei-niges geleistet!

Ein Aspekt, der uns im Kirchenvorstand immer wieder umtreibt: Eltern, die sich scheinbar nicht dafür interessieren, was die Konfirmation bedeutet und ausmacht und was dafür in der Kirchengemeinde von vielen Ehrenamtlichen und vom Pfarrer geleistet wird. Die Kon-firmation gehört einfach dazu, als gesellschaftliches Ereignis, als Familienfest. „Wann muss ich zum Abholen kommen“, wird gefragt, anstatt den Gottesdienst mitzufeiern oder die Veranstaltung mitzuerleben. Es gibt ein paar Beispiele mehr. Sie, die Eltern dieses Konfir-mandenjahrgangs, waren sehr vorbildlich, wie Pfarrer Habdank bestätigte, auch dafür vie-len Dank.

Sehr viele von Ihnen haben sich als Eltern deutlich eingebracht und zum Gelingen der Vor-bereitungszeit beigetragen. Sehr viele von Ihnen haben die Konfirmandenzeit Ihrer Kinder aktiv begleitet. Und somit schließt sich der Kreis von der Taufe zur Konfirmation, denn Sie haben Ihre Kinder in der Entscheidung bestärkt, die Sie vor Jahren für sie getroffen haben. Das ist eine wunderbare Verbundenheit.

Nun zu den Hauptpersonen: Liebe Konfirmierte,

im Namen des Kirchenvorstands möchte ich Euch sehr herzlich zu diesem, Euren heutigen Festtag gratulieren. Ihr habt Euch jetzt selbst entschieden, Teil unserer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Berg zu sein. Aber viel wichtiger: Wenn Ihr die Entscheidung zur Konfirmation nicht vordergründig getroffen habt, werdet ihr zukünftig überall Gleichgesinnte finden, ganz egal wohin es Euch einmal verschlägt. Und in diesem Kreis der Gleichgesinnten werdet Ihr immer eine Heimat erleben, in der Ihr Euch geborgen fühlen könnt. Solange Ihr allerdings hier in Berg seid, laden wir Euch ein, die Kirchengemeinde Berg aktiv zu begleiten und sie wirklich auch zu der Euren zu machen. In welchem Maße das geschieht, müsst ihr einfach ausprobieren. Es gibt viele Möglichkeiten.

Für heute wünschen wir Euch ein schönes Fest.
 

 

Tonaufnahmen vom Konfirmations-Festgottesdienst am 11. Mai 2019
in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Aufkirchen

1. Einzug der Konfirmanden mit den BergerBlechBläsern

2. Konfirmationspredigt (Pfarrer Johannes Habdank)

3. Gebet (Pfarrer Johannes Habdank) und Elterngebet (Alexandra Sichardt-Kohlpaintner)

4. Grußwort des Kirchenvorstands (Vertrauensmann Florian Gehlen)

5. Schlußlied und Auszug

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Service  

Pfarrer

Pfarrer Johannes Habdank

Telefon: 08151 - 50 494 oder
Mobil: 0160 / 97 93 96 17
Fax: 08151 - 95 552
E-Mail jh(at)evgberg(dot)de
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Sekretärin Cornelia Jung

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Fax: 08151 - 97 31 77
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Bürozeiten: Mo. - Di. - Fr.
9.00 Uhr bis 12.00 Uhr
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Kirchenvorstand

Vertrauensmann
des Kirchenvorstandes
Florian Gehlen

Telefon: 08151 - 95 742
E-Mail florian(dot)gehlen(at)web(dot)de

 

Evangelisch-Lutherische

Kirchengemeinde

Berg am Starnberger See

Fischackerweg 10

82335 Berg

Tel.: 08151-97 31 76

        
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